Fach/Thema/Bereich wählen
Schulfeiern

Einschulung und Geburtstag – zwischen Familienfest und Event

Besondere Tage in der Schule wie die Einschulung oder Geburtstage wollen gut vorbereitet sein, damit sie für die Schule, das Elternhaus und die Kinder als ein besonderes Ereignis in Erinnerung bleiben — ohne gleich ein Riesenevent daraus zu machen.

Schulfeiern: Einschulung und Geburtstag – zwischen Familienfest und Event Kinder lieben Feiern in der Schule — und gegen einen kleinen, lustigen Kuchen ist sicher nichts einzuwenden © ChristArt - Fotolia.com

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!“, sagt der Vater. „Jetzt beginnt der Spaß des Lebens!“, meint die Mutter. „Jetzt beginnt die Schule!“, denkt Johannes. So steht es im Kinderbuch „Morgen komme ich in die Schule“ von Mira Lobe, das die Viertklässler für die neuen Erstklässler in einem Theaterstück zur Einschulung spielen. Hier fragt sich der neue Erstklässler Johannes, wie es in der Schule ist. Er weiß nicht, ob er sich darauf freuen soll oder nicht. Er weiß nur eins: Morgen kommt er in die Schule. Daher fragt er viele Leute, wie sie es in der Schule fanden und bekommt viele Antworten. Schließlich macht er sich selbst auf den Weg zur Schule, um herauszufinden, wie es dort ist.

Wie Johannes geht es vielen Erstklässlern, die auf ihren ersten Schultag warten. Je nachdem wie es in der Familie vorbereitet wird, sind die Schüler gelassen oder aufgeregt, ob sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können. Wird das T-Shirt Abi 2029 sich wirklich bewahrheiten? Können die Zeitungswünsche wie „Sei wild, frech und wunderbar!“, „Zeig es ihnen!“, „Du machst das“! wirklich fruchten?

Einschulung als Familienfest oder Event

In der Regel sind die Vorbereitungen für den Einschulungstag umfangreich: angefangen von der Kleidung, der Gästeliste, der Essensplanung bis hin zur Frage, wie der Tag nach dem ersten Schulmorgen gestaltet werden soll. Während einige Familien es als feierliches Familienfest zelebrieren, planen andere ein ganz besonderes Event mit der Großfamilie, vielleicht sogar begleitet durch nachmittägliche Unterhaltung wie Zoo, Zauberer oder Kutschfahrt.

Der hohe Stellenwert der Einschulung wird durch die immer größer werdende Zahl an teilnehmenden Verwandten und Freunden deutlich. Während die Schülerzahlen oft nicht steigen, werden in den Schulen immer mehr Personen gezählt. In einigen Bundesländern findet die Einschulung am Wochenende statt, damit alle Familienangehörigen von nah und fern teilnehmen können, in anderen Bundesländern findet die Einschulung traditionell dienstags am zweiten Schultag statt.

Natürlich beginnt ein neuer Lebensabschnitt für Eltern und Kinder und es ist schön, dass durch die Einschulung im Familienkreis die Bedeutung von Schule und Bildung in vielen Familien dadurch besonders bewertet wird.

Andererseits kann der Trubel um die Einschulung auch andere Dimensionen annehmen. Wenn beispielsweise die Eltern während des Einschulungsfestes bereits ungeduldig auf die Uhr schauen und sich flüsternd zuraunen, wann es denn endlich fertig ist. Wenn Eltern während der ersten Schulstunde ungeduldig an die Klassenraumtür klopfen, um das erste Kennenlernen von Lehrer und Schüler zu stören, um zu fragen, wann hier Schluss ist, weil in zehn Minuten der Tisch im Restaurant reserviert ist. Oder wenn sich Eltern vor die anderen Zuschauer in die erste Reihe vordrängeln, um das beste Bild für die sozialen Medien zu erhaschen.

Für die Lehrer bedeutet dies, sich darauf einzustellen, dass die Einschulung immer mehr zum Event wird, das großartig gefeiert und gepostet wird. In manchen Familien ist das Drumherum wichtiger als die Einschulungszeremonie selbst.

Ein klärender Elternabend kann helfen

Im Vorfeld kann daher ein Elternabend genutzt werden, um die von Schule gewünschten Abläufe für einen ersten, gelungenen Schultag und -start kundzutun:

  1. Nur so viele Verwandte mitbringen, damit für alle Familien genug Platz in den Räumlichkeiten für die Einschulungsfeier ist.
  2. Den zeitlichen Rahmen für eine entsprechende Begrüßung, Vorführungen, erste Schulstunde respektieren, das heißt das anschließende Programm erst im Anschluss buchen.
  3. Darum bitten, Fotos und Videos in angemessenem Rahmen und neben oder hinter der Veranstaltung, nicht „darin“ aufzunehmen, um den Ablauf der Veranstaltung nicht zu stören. Rechte am Bild von anderen beim Posten im Internet wahren!
  4. Die Schüler nach dem ersten Schultag selbstständig in die Klasse kommen lassen, sie bei den Hausaufgaben und der häuslichen Organisation für und nach Schule aber ebenso fürsorglich wie am ersten Schultag regelmäßig zu begleiten.
  5. Schule weiterhin als Ort der Begegnung nutzen.

Sehr hilfreich ist es, wenn die Eltern und weitere Teilnehmer der Einschulung während der ersten Schulstunde von erfahrenen Eltern mit Snacks oder Kuchen verköstigt werden und gleichzeitig einen Ansprechpartner für wichtige Fragen zur Schule und dem Unterricht haben.

Sicher müssen Lehrer für die Planung einer Einschulungsfeier im Dialog mit Eltern bleiben, beide Seiten müssen sich gegebenenfalls auf die Wünsche einstellen. Hier gilt zu klären: Wo findet die Einschulung statt? Gibt es einen kirchlichen Part? Wie lange ist eine angemessene Dauer für alle Beteiligten? Wie sieht das Programm aus?

Nur so können Diskrepanzen zwischen dem Anspruch von Schule und Elternhaus beigelegt und Kompromisse gefunden werden und der Druck kann für einige Schüler bereits vor der Einschulung genommen werden, indem die Schule weder als „Ernst“ noch als „Spaß“ dargestellt wird, sondern eben die Schule, in der jeder positive Erfahrungen sammeln kann wie im Buch „Morgen komme ich in die Schule“ wunderbar dargestellt: Hier wird berichtet vom Lernen im Freien, von Freundschaft, Ängsten, die sich zerschlagen, vielen besonderen Aktionen und Freude am Lernen.

Geburtstag in der Schule

Ebenso wie die Einschulung ist der Geburtstag eines Schulkindes ein besonderer Tag. Hier gehen die Elternmeinungen oft auch weit auseinander: Bekommt der Schüler etwas an seinem Geburtstag oder bringt er etwas für die Klasse mit?

In den meisten Klassen ist es üblich, dass ein kurzes Morgenritual mit Kerze, Lied und Gratulationen stattfindet und das Geburtstagskind etwas zu essen, ausnahmsweise auch eine Süßigkeit, mitbringen darf, dies aber keine Pflicht ist. „Geschenke“ bekommt das Schulkind in der Regel nachmittags zu Hause.
In der Schule könnte dies ein ausgewähltes Spiel, Lied oder ein Sitznachbar für den Tag sein. Für viele Schüler ist es ein gutes Gefühl, auch mal etwas für seine Mitschüler zu geben und den Tag nicht nur mit Geschenkeauspacken zu verbringen. Natürlich kann der Lehrer ein kleines Mitbringsel schenken, doch sollte bei der Anzahl der Schüler und den damit verbundenen Geburtstagen im Jahr die Zeremonie nicht zu ausführlich gewählt werden.

Beliebt als kleines „Geschenk“ ist auch ein Hausaufgabengutschein für einmal freie Hausaufgaben. Stellt man diese Überlegungen am Elternabend vor, sind die meisten Eltern mit dieser Handhabung einverstanden und verstehen, dass es in der Schule um eine Wertschätzung außerhalb von materiellen Geschenken gehen kann und es für die Schüler wunderbar ist, wenn sie einfach an ihrem besonderen Tag ein bisschen mehr im Mittelpunkt in der Klasse stehen dürfen als sonst.

Für alle besonderen Tage im Schulleben gilt: Eine Absprache verhindert Unmut auf beiden Seiten und die gegenseitigen Wünsche und Bedürfnisse können ausgetauscht werden. Sicher ist ein Kompromiss leicht zu finden, sodass die angemessene Wertschätzung der Schüler an besonderen Tagen an Wichtigkeit nicht verliert.

Marion Keil

Dazu passender Ratgeber
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Schulorganisation
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×