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Neue Klasse – erste Tage

Guter Start ins Schuljahr mit einer neuen Klasse

Egal, ob Erstklässler oder weiterführende Schule: Eine neue Klasse übernehmen, sollte gut vorbereitet sein. Gerade die ersten Tage sind entscheidend für die Entwicklung der Klasse. 

Neue Klasse – erste Tage: Guter Start ins Schuljahr mit einer neuen Klasse Guter Start in einer neuen Klasse © Omid Mahdawi - stock.adobe.com

Wer eine neue Klasse übernimmt, auf den kommen besonders intensive erste Schultage zu. Neben dem persönlichen Empfang am ersten Schultag und dem gemeinsamen Einrichten des Klassenzimmers in der ersten Woche soll sich die Klasse auch recht schnell und gut kennenlernen. Gemeinsame Aktivitäten zur Kontaktförderung dienen dem Zusammenwachsen und der Entwicklung von Klassenregeln und Ritualen.

Die Klasse lernt sich kennen - jeder hat seinen Platz

Die Schüler/-innen suchen sich den Garderobenplatz und ihren Sitzplatz, beschriften diesen und legen so die persönlichen Bereiche fest. Erste Regeln für das Zusammenleben werden gemeinsam getroffen. Eigene Namensschilder können geschrieben bzw. gestaltet werden. Mit einer Fotoaktion gewinnt man von jedem Schüler ein Portrait, welches für verschiedene Zwecke wie Türplakat oder Portfolio-Ordner verwendet werden kann. Ablagesysteme werden eingeführt und ebenfalls beschriftet.

Mit Kim-Spielen und Fragespielen kann man im Morgenkreis beispielsweise die Namen und Eigenschaften von Mitschülern festigen: 

  • „Wer fehlt?“
  • „Mein rechter Platz ist leer“
  • Steckbrief gestalten
  • Vorstellungsrunde
  • Kennenlernspiele

Mit einem Klassenmemory oder Klassenquartett kann man weiterführende Informationen erfahren zu Themen wie Wohnort, Hobby, Busfahrt, Lieblingstier.

Anhand eines Soziogramms haben Lehrkräfte die Möglichkeit herauszufinden, wer mit wem in der Klasse besonders gut bzw. gar nicht gut zurechtkommt.  Darauf sollte entsprechend reagiert werden. Beispielsweise eine sinnvolle Sitzordnung erarbeiten oder auf anderen Wegen für einen guten Zusammenhalt sorgen.

So soll unser Klassenzimmer aussehen

Neben den strukturierenden Gedanken zur Klassenzimmergestaltung sollte man immer auch auf Struktur und Ästhetik achten. Die Schüler/-innen wirken an der Gestaltung des Raumes mit, zum Beispiel über eine Abfrage „So wünsche ich mir mein Klassenzimmer“, bei der Bilder, Pflanzen und Blumen miteinander festgelegt werden. Funktionsbereiche für Bücherei und Leseecke, für Bastel- und Malutensilien oder auch für Spiele und Erholung werden vereinbar und mit Orientierungshilfen und Piktogrammen versehen. Mit Hilfe der Eltern kann man eine Pflanzaktion starten und von zuhause Pflanzenableger mitbringen lassen, die dann gemeinsam eingetopft und versorgt werden.

Schüleraktivierende Vorhaben für die ersten Tage und Wochen helfen, gute Ordnungssysteme und Strukturen im Classroom-Management zu setzen. 

  • Stundenplan lesen und schreiben
  • Morgenkreis-Elemente zusammen festlegen, z. B. Gebet, Lied, Begrüßungsritual, Wetter & Datum, Wochentag u. v. m.
  • Instruktionen und Begrifflichkeiten zu Schulmaterialien: Begriffsbildung und Funktionsweisen, Materialien beschriften und auf Vollständigkeit überprüfen
  • Ordnung halten, z. B. „Was ist unter meiner Bank?“/ „Was ist in der Schultasche?“, Sammelordner/ Ablagesystem bedienen, holen & zurückbringen von Materialien in Schränke und Schachteln
  • Ämter und Dienste übernehmen: Wer hat wie lange welchen Klassendienst?
  • Bei höheren Klassen: Klassenvertrag und Umgang mit Regelbruch
  • Lieblingslied & Lieblingsspiel: Klassenhitparade aufnehmen, Spielesammlung anlegen, Liederordner gestalten, Einführung neuer Spiele aus der Spieleecke
  • Fototermin „Mein erster Schultag“: Portraits von einzelnen und auch Klassenfoto
  • Türplakat gemeinsam gestalten: Klebearbeiten/ Collage, Selbstportraits, Mixed Media mit einem Klassenmotto, z. B. „Superhelden-Klasse“ mit Portrait auf Heldencomicfigur
  • Fenstergarten: Blumenableger einpflanzen, Blumentöpfe gestalten, Naturobjekte kreativ bearbeiten
  • Schultaschen-Führerschein: Was (nicht) in die Schultasche gehört/ Sortieren & Benennen; Oberbegriffe und Klassifikationen, Pausenbrot und Getränkeflasche; Hausaufgabenheft gestalten, Geburtstagskalender verzieren
  • Schulhausrallye: andere Klassen/ Schulleitung/ Schulküche/ Sekretariat/ Turnhalle usw. finden und selbstständig aufsuchen können; Botengänge erledigen; wichtige Personen kennenlernen und die Namen merken können
  • Klassensprecherwahl

Persönliche Ziele setzen

Die Schüler/-innen machen sich auch Gedanken darüber, was sie in der Schule gerne machen, was sie lernen wollen. Es kann ein kurz- bis mittelfristiges Ziel geben „Das nehme ich mir bis Weihnachten vor“. Auch soziales Lernen kann hier in den Vordergrund gestellt werden, z. B. mit dem Sozialzielekatalog oder dem Team Pin Board. In manchen Klassen ist das Anfertigen eines Portfolios gängig und kann von Anfang an mitgepflegt werden. 

Als Lehrkraft stellen Sie vielleicht einige Highlights des Schuljahres und Themenschwerpunkte vor. Aktionen wie Schullandheimaufenthalte oder Ausflüge sind natürlich immer besonders interessant für die Schüler/-innen und lassen sich beispielsweise in einem Highlight-Kalender visualisieren.

All diese Vorschläge sollen helfen, schnell und wirksam eine effektive Klassengemeinschaft zu bilden, um gut miteinander leben und arbeiten zu können. Als positive Nebenwirkung werden hier die Schüler/-innen sogleich auch konstruktiv zur Mitgestaltung ihrer Lernumgebung aufgerufen und können sich kreativ einbringen.

Claudia Omonsky


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