Fach/Thema/Bereich wählen
Homeschooling

Kreative Miniwelten: Bauen mit Alltagsgegenständen

Das Zu-Hause-Sitzen kann für Schüler sehr langweilig und frustrierend sein. Statt schriftlicher Aufgaben können kreative ganz neue Perspektiven eröffnen. Lassen Sie Ihre Schüler Miniaturwelten erfinden und gestalten. Auch das kann Schule sein.

Homeschooling: Kreative Miniwelten: Bauen mit Alltagsgegenständen Miniaturwelten eröffnen einen ganz neuen Blick auf die Dinge © ZoomTeam - stock.adobe.com

Geschlossene Schulen wegen der Corona-Krise und viele Schüler, die zu Hause kreative Beschäftigung suchen – nicht nur Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf. Sie brauchen handlungsorientierte Angebote, die sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu Hause leicht umsetzen können. Neben all den zahlreichen schulischen Arbeitsblättern und digitalen Aufgaben ist es sicher auch unterhaltsam, anregend und entspannend, etwas mit den Händen zu (er-)schaffen. 

Zunächst kann man in den vorhandenen Spielmaterialien stöbern und Teile aus unterschiedlichen Bereichen kombinieren. Was kann man mit Bauklötzen, Tüchern und der Kiste voller Plastik-Dinosaurier alles kreieren? Brauchen wir noch Stifte und Papier dazu, um etwas zu malen oder zu zeichnen? 

Ein Kind beschäftigt sich sehr ausdauernd und gern mit dem konstruktiven Bauen. In der kindlichen Entwicklung übt es beim sogenannten Konstruktionsspiel, mithilfe von Gegenständen einen Zielgegenstand herzustellen, z. B. eine Figur oder ein Bauwerk. Dabei unterscheidet man zwei Klassen von Gegenständen, die dabei realitätskonform gehandhabt und aufeinander bezogen werden müssen: ein Werkzeug (z. B. Stift, Hammer) und ein Rohmaterial (z. B. Holz, Papier, Nagel). Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn ein Kind sich in der eigenen Spielecke aus allen möglichen Dingen eine eigene kleine Welt aufbaut. Als Erwachsener sollte man dabei einfach nur beachten, nicht zu werten oder zu steuern. Hilfreich können Fragen sein wie „Was fehlt dir noch?“ oder „Wie kann man das weiterbauen?“

Entwicklung einer kreativen Miniwelt

Der Künstler Slinkachu hat es in der Street Art bekannt gemacht: das Bauen mit Miniaturfiguren im öffentlichen Raum, das Darstellen von Szenen und Bildern inmitten von Alltagsgegenständen, die dadurch in einen neuen Kontext gesetzt wurden. 

Auch ohne die passenden Eisenbahn-Miniaturfiguren ist es möglich, zu Hause solche kleinen Welten zu erschaffen. Sei es in der Wohnung oder im Garten, auf dem Balkon – es gibt viele Orte in der nahen Umgebung, die dafür gut in Frage kommen. 

Als Anregung für Ihre Schüler dienen die Vorschläge und Bilder im Internet, z. B. zu finden bei pinterest.

Kinder suchen sich dann selbstständig aus dem Spiele-Fundus Gegenstände aus, eine Hilfe könnte die Vorgabe sein:

  • Wähle dir maximal vier Figuren aus.
  • Überlege dir eine witzige Situation, die diese Figuren in ihrer kleinen Welt erleben.
  • Welche Dinge brauchst du dafür noch? Suche noch weitere Gegenstände, Requisiten.
  • Baue deine Miniaturwelt dort auf, wo deine Geschichte spielen soll, z. B. auf dem Schneidebrett in der Küche oder im Blumenkasten auf dem Balkon. Besonders lustig ist es, wenn die Umgebung einen ganz anderen Kontext zeigt als die Szene.
  • Idealerweise fotografieren die Schüler das Ergebnis mit dem Handy oder Fotoapparat und schicken es an Sie. Es entstehen witzige, nachdenkliche oder spannende Szenen, die Sie als Lehrerin/Lehrer wieder an die Mitschüler schicken können.

Mit Naturmaterialien gestalten

Eine alternative Idee zur Gestaltung von Miniaturwelten ist der Einbezug von Naturmaterialien. Es werden dann Szenen aus der Natur in einem Glas oder einem anderen durchsichtigen Behälter (Einmachglas, Vase, Aquarium, Vitrine, Minigarten etc.) zusammengestellt. 

Die benötigten Naturmaterialien können beim Familienspaziergang gesammelt werden oder im Garten. Es eignen sich Moos, Gras, Heu, Äste, Stöckchen, Steine, Kies, Sand usw. Dazu kommen dann kleine Figuren, z. B. aus der Osterdeko ein Häschen oder ein Vogel, eine Feder und andere dekorative Gegenstände. Diese werden dann zu einer ansprechenden Szene zusammengestellt, evtl. mit Klebstoff fixiert. Auf der Seite pinterest findet man hierzu viele schöne Anregungen.

Je nach Interesse kann man statt Naturmaterialien aber auch genau die gegenteiligen Materialien verwenden, z. B. Müll-Verpackungen oder alles aus der Werkzeugkiste, also Schrauben, Nägel, Dübel usw.  

Als Idee zur Weitergestaltung dient auch die Spielform „Stille Post“. Bei dieser wird das Ergebnis einer Miniaturwelt fotografisch festgehalten und dem besten Freund/der besten Freundin zugeschickt. Die Aufgabe ist nun, diese Miniaturwelt möglichst genau nachzubilden und ebenso wieder ein Foto zurückzuschicken. Auf diese Weise ist das Kind nicht nur selbst beschäftigt, sondern kann auch weiterhin im Austausch mit anderen bleiben – zu Zeiten von Corona sicherlich ein wichtiger Aspekt.

Die Wirkung der Miniaturwelten entfaltet sich jeweils neu und anders, sodass diese Art der Beschäftigung mit vielen Variationen so schnell nicht langweilig wird. Und wenn wir alle wieder vor die Tür gehen dürfen, könnte für manche auch ein Ausflug ins Hamburger Miniatur-Wunderland interessant sein.

Claudia Omonsky

Dazu passender Ratgeber

Mehr zu Ratgeber Schulorganisation
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×