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Homeschooling

Neue Chancen für den Sachunterricht

Homeschooling bietet auch Chancen, den Sachunterricht neu und sogar experimentell zu denken und zu gestalten. Mit der richtigen Anleitung können sich Grundschüler Wissen auch allein zu Hause erarbeiten.

Homeschooling: Neue Chancen für den Sachunterricht Auch zu Hause lassen sich – gut angeleitet – kleine Experimente und Forschungsprojekte realisieren © familylifestyle - stock.adobe.com

Lesen, Schreiben und Rechnen: Das ist doch alles, was unsere Grundschüler unbedingt üben müssen. Doch ist das wirklich alles? Nicht umsonst ist Sachunterricht ein Hauptfach und wird mit ähnlich hoher Stundenzahl unterrichtet. Es bereitet auf nicht weniger als sechs Fächer in der weiterführenden Schule vor. Sachunterricht beinhaltet die Gesellschaftswissenschaften Erdkunde, Geschichte und Politik, teilweise zusammen als GL unterrichtet, und die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik. Daher ist es wichtig, dass auch dieses Fach im Homeschooling nicht vergessen wird.

Was aber gibt man den Schülerinnen und Schülern Sinnvolles zu tun, was sie allein erarbeiten sollen? Das Experiment mit Beobachtungen, Vermutung und der anschließenden Deduktion der Hypothesen ist aktuell nahezu unmöglich umzusetzen. Das Unterrichtsgespräch fehlt. Der Austausch von Ideen findet nicht statt. Das sind zentrale Punkte der Arbeit im naturwissenschaftlichen Teil des Sachunterrichts.

Experimente per Video

Jedoch gibt es Möglichkeiten auch diesen Aspekt nicht zu kurz kommen zu lassen. Zum einen kann die Lehrkraft die Experimente filmen und Fragen dazu von den Kindern bearbeiten lassen, die der Lösungsfindung dienen. Nachdem die Ergebnisse der Kinder eingegangen sind, kann ein kleiner Film mit der Erklärung zur Verfügung gestellt werden.

Dazu ist jedoch nicht jeder Lehrer oder jede Lehrerin in der Lage, die Experimente zu filmen oder ein Erklärvideo zu drehen. Beim Erstellen der Erklärvideos empfiehlt sich die App „Explain Everything“. Mit „Willi wills wissen“, „Checker Can“, „WAS IST WAS?“ und „Löwenzahn“ gibt es allerdings schon eine Menge an gutem Material, das Sie den Kindern und deren Eltern empfehlen können. In den Mediatheken der entsprechenden Sender können Sie jederzeit auf die Folgen zurückgreifen, deren Link Sie dann den Kindern bzw. den Eltern zukommen lassen.

Analoge Übungsideen für die Erstklässler

Allerdings sollten Sie den Sachunterricht nicht auf das Schauen von Erklärvideos beschränken. Für die Kleinsten, die mit ihren Möglichkeiten, Texte zu lesen oder zu schreiben, noch am Anfang stehen, kann auf das Material „Sachunterricht mit Erstklässlern“ aus dem Auer Verlag zurückgegriffen werden, das auch im Lehrerbüro vorliegt.

Sie können die Einheit zur Tulpe (siehe Link unten) bereitstellen und dazu noch weitere Aufgaben zu weiteren Frühblühern erstellen. Ein kleines Frühblüherbuch mit Ausmalbildern, sortiert nach Pflanzen mit Zwiebeln oder Knollen, Zählaufgaben zu den Blütenblättern oder Quizseiten zu den Pflanzenteilen ist so auch zu Hause möglich zu erstellen.

Auch das Üben von Wochentagen, Monaten und Jahreszeiten können die Eltern daheim leisten. Hier können die „Raps für kleine Racker“ aus der Reihe „Junge Dichter und Denker“ helfen. Die Musik ist ansprechend und regt zum Mitsprechen an. Die stetige Wiederholung mit Musik und Rhythmus vereinfacht das Auswendiglernen.

E-Learning & Co. für die Größeren

Mit dem Thema Frühling und Ostern können sich auch die Zweitklässler beschäftigen. Hier kann der E-Learning-Bereich der Seite LL-Web genutzt werden. Es gibt eine große Auswahl an Aufgaben, die man den Schülerinnen und Schülern empfehlen kann. So müssen nicht nur Arbeitsblätter digital oder per Post verschickt werden, sondern die Lerner können die Vorteile des digitalen Lernens direkt nutzen.

Wer Spaß am Quizzen hat, ist bei „Schlaukopf“ richtig. Dort gibt es für das Fach Sachunterricht ab dem 2. Schuljahr eine Unmenge an Themen, die von den Kids als Quiz bearbeitet werden können. Dies ist jedoch nur sinnvoll für bereits erlernte Inhalte. Ansonsten wird es zur schlichten Ratestunde, bei der nichts gelernt wird. Zur Vertiefung und Wiederholung ist das Quizzen eine schöne Abwechslung für Ihre Schülerinnen und Schüler.

Im Lehrerbüro finden Sie eine große Anzahl an Arbeitsblättern, die Ihre Schüler auch in Heimarbeit bearbeiten können. Selbst Materialien für den inklusiven Unterricht, die unterschiedliche Niveaustufen berücksichtigen, liegen vor. Da der Sachunterricht aus so vielen Fächern besteht, finden Sie selbst Arbeitsmaterial zu Themen wie z. B. „Die Ritter“ oder „Das Sonnensytem“ im Lehrerbüro. Auch können Sie die App Anton nutzen, die eine große Anzahl an Themen für den Sachunterricht bereitstellt. Hier kann man als Lehrer auch den Lernerfolg überprüfen.

Bei den älteren Grundschülern ist es möglich, ein Lapbook zu einem Thema erstellen zu lassen. Hierfür sollten Sie eine Bastelanleitung und die genauen Vorgaben der Gestaltung zur Verfügung stellen – oder einfach Unterrichtsmaterialien aus dem Lehrerbüro nutzen. Die Schüler lernen dabei, Inhalte zu recherchieren und Sie nach eigenen Ideen zusammenzustellen. Das gute ist, hier kann jeder Schüler sein eigenes Buch erstellen, je nach Fähigkeiten und Interessenslage. Es ist sicherlich sinnvoll, eine Liste von altersgerechten Seiten wie „Blinde Kuh“, „fragFinn“ oder „Helles Köpfchen“ bereitzustellen, damit keine Überforderungen durch beispielsweise Wikipedia-Artikel entstehen.

Schüler entwickeln Medienkompetenz

Die aktuelle Krise bietet Chancen, die Medienkompetenz der Schüler zu trainieren. Denn im späteren Unterricht der weiterführenden Schule ist richtiges Recherchieren und die Auswahl der richtigen Quellen wichtig. Das können die Grundschüler jetzt schon lernen.

Eine Idee für die Viertklässler wäre auch ein Internetführerschein. Viele arbeiten aktuell im Internet, bekommen Aufgaben in Lern-Apps, schauen Lernvideos oder recherchieren für ihre Aufgaben. Warum diese Chance nicht nutzen und einen Internetführerschein machen lassen? Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) bietet dies mit ihrem Internet-ABC an. Auf der Seite des „internet-abc“ gibt es Informationen für Lehrer und Eltern und Lernmodule für Schülerinnen und Schüler. Auch hier lohnt es sich, das Angebot einmal genauer zu durchforsten. Wer es sich einfacher machen will, nutzt auch hier wieder das Lehrerbüro-Material (siehe Link unten).

Es heißt also: Nicht verzagen, dass einige Bereiche des Sachunterrichts nicht so funktionieren, wie man das gern hätte, sondern die Chancen nutzen, die sich bieten und neue Inhalte aufnehmen – und ausprobieren.

Babett Kurzius-Beuster

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