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Back to school

Schulstart für Grundschüler unter neuen Vorzeichen

Wenn die Schule wieder beginnt, ist vieles anders. Abstands- und Hygieneregeln statt fröhliches Toben auf dem Schulhof – für Grundschüler nicht einfach zu verstehen. Jetzt ist eine Lernumgebung, die emotionale Sicherheit schafft, besonders wichtig.

Back to school: Schulstart für Grundschüler unter neuen Vorzeichen Für jüngere Schüler ist es gar nicht so einfach, sich an die fremde Schulsituation zu gewöhnen © VaLiza/Shutterstock.com

Jedes Jahr muten die Bilder aus Asien seltsam an. Menschen mit Gesichtsmasken schützen sich und andere vor Infektionskrankheiten. Was bisher von einigen belächelt, von anderen mit einem Kopfschütteln abgetan wurde, ist nun auch bei uns Realität geworden. Wie aber wird es sein, wenn die Schule wieder beginnt? Sitzt ein Haufen vermummter Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem Klassenraum, um sich mit einem vermummten Lehrer im Frontalunterricht mit Unterrichtsinhalten wie Rechnen, Schreiben oder Lesen auseinanderzusetzen?

Den Unterricht, den wir bisher kannten, wird es erstmal nicht geben. Auf Wiedersehen Partnerarbeit, tschüss kooperatives Lernen! Wie aber sollen wir den Kindern klarmachen, dass Abstandhalten wichtig ist? Wie erklären wir, warum mittags das Kontaktverbot gilt, morgens aber gemeinsam in einem Klassenraum gelernt wird, obwohl bei vielen vorher gemeinsam in einem Bus der Weg zur Schule aufgenommen wurde?

Die Sorgen und Nöte ernst nehmen

Vieles in der Zeit von Corona erscheint schon Erwachsenen surreal, wie aber geht es den Kindern damit und vor allem, wie sollen wir sie in der Schule auffangen? Ein elementarer Ansatz sollte ein Weg in die neue Normalität im Schulalltag sein. Dazu gehört sicher zu erfahren, wie geht es allen? Wie haben die einzelnen Kinder und Familien die Zeiten des Homeschoolings verkraftet? Mit welchen Sorgen und Nöten kommen die Kinder nun in die Schule und sollen auf einmal „normal“ Lernen, um ja keinen Stoff zu verpassen.

Zunächst sind die „Großen“ der Grundschule dran. Hier geht es ja um den Übergang in die weiterführende Schule. Einige Bundesländer können sich hier etwas entspannter zurücklehnen. Schließlich sind die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen schon verschickt und es zählt eh der Elternwille. Dies ist nicht in allen Ländern so. Doch welche Aussagekraft haben denn Noten in diesem Schuljahr und in welcher Form werden überhaupt Noten gegeben werden? Ist die Vermittlung von fachlichem Wissen in der aktuellen Situation überhaupt so wichtig oder sollten die Kinder vielmehr angeleitet werden mit den Veränderungen klarzukommen?

Sicher haben einige Kinder im familiären Umfeld Erfahrungen mit der Krankheit Covid-19 gemacht. Vielleicht sind Eltern, Großeltern, Tante, Onkel oder Nachbarn betroffen. Andere Kinder wissen immer noch nicht so genau, was Covid-19 überhaupt ist, wie man es bekommt und wie man sich schützen kann. Es kommt auch darauf an, was im Elternhaus thematisiert wurde. Nicht jeder ist gleich informiert und hat das gleiche Verständnis. Die Fragen der Kinder, ihre Sorgen und Ängste sollten auf jeden Fall in der Schule aufgearbeitet werden.

Wissen zu Corona spielerisch fördern

Um sich kindgerecht mit dem Thema Corona auseinanderzusetzen, gibt es im Internet gute Angebote, auf die Lehrerinnen und Lehrer in der Schule zurückgreifen können. Die Seite „Seitenstark“, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird, bietet Links zu Wissensseiten, Quizseiten über Corona, Anregungen zum Basteln oder zur Trickfilmherstellung, aber auch die Möglichkeit sich im Forum mit anderen Kindern über deren Erfahrungen während des Homeschoolings auszutauschen.

Um das Wissen über den Erreger und die Krankheit bei allen Schülern auf einen Stand zu bringen, ist sicher die Seite des Bayrischen Rundfunks gewinnbringend einzusetzen. Hier gibt es Filme von Checker Tobi über das Corona-Virus und verschiedene Filme, die Fragen und Bedürfnisse der Kinder aufgreifen. Es gibt Sendungen zu Schutzmasken, Beschränkungen im Alltag, Anleitungen zum Fingerwaschen, Infos über Hamsterkäufe, häuslicher Gewalt, Homeschooling und Anleitungen, was wir von Astronauten für die aktuelle Situation lernen können, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wichtige Sozialkontakte mit Einschränkungen

Ein schwieriger Punkt wird sein, wie gehen wir nun in der Gruppe miteinander um? Niesetikette – Was ist das und wie niese ich richtig? Warum muss ich darauf achten? Warum muss ich mir häufiger die Hände waschen und wie mache ich das richtig? Wie bringen wir Kindern bei, den Abstand auch in den Pausen einzuhalten? Vorher war es normal, dass man sich in der Frühstückspause neben den besten Freund oder die beste Freundin gesetzt hat. Das geht nun nicht mehr. Das Fußballspielen mit den kleinen Rangeleien, verboten.

Auch in den Pausen müssen die Kinder Abstand halten und sollen möglichst nicht zu sehr schwitzen. Die Gesellschaft erwartet von den Kindern, dass sie sich vernünftig verhalten sollen, was manche Erwachsene nicht schaffen.

Ziel muss es sein, dass die Schule – trotz aller neuer Regeln – für die Schülerinnen und Schüler ein sicherer Ort ist, in dem sie sich wohlfühlen, ihre Sorgen und Ängste ernst genommen und besprochen werden und in dem sie die so wichtigen Sozialkontakte haben, jedoch mit gewissen Einschränkungen. Hier liegt es an den Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen eine Lernumgebung zu schaffen, in der die Wärme und Geborgenheit nicht fehlen darf, aber der Abstand gewahrt wird. Unmögliches möglich zu machen, ist für die Grundschulpädagogen Alltag, also werden sie auch diese Krise meistern.

Babett Kurzius-Beuster

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