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Homeschooling

Videokonferenz: Tipps zum Umgang mit einem ungewohnten Medium

Videokonferenzen sind zurzeit sehr beliebt, um mit Kollegen, Schülern oder Eltern in Kontakt zu bleiben. Für viele Lehrer eine ungewohnte Situation. Ein paar wenige Verhaltenstipps ermöglichen ein professionelles Erscheinen auf dem Bildschirm.

Homeschooling: Videokonferenz: Tipps zum Umgang mit einem ungewohnten Medium Ein paar wenige Verhaltensregeln helfen, um locker und gleichzeitig kompetent zu wirken © fizkes - stock.adobe.com

Geschlossene Schulen aufgrund der Corona-Krise fordern nicht nur Eltern und Schüler, sondern natürlich auch uns Lehrkräfte. Innerhalb weniger Tage, oft nur Stunden mussten wir kurz vor Schließung der Schulen enorm viel Vorbereitung für unsere Schüler auf den Weg zu den Eltern und Schülern bringen. Da gab es Material zu kopieren und zu verschicken, Arbeitsblätter zusammenzustellen und sich intensiv und sehr schnell mit den Möglichkeiten und Ressourcen der digitalen Technik auseinanderzusetzen. Nicht jede Lehrkraft beherrschte ehrlicherweise bis dato die Handhabung und Moderation einer Videokonferenz oder das Hochladen auf Datenportale wie beispielsweise das bayerische mebis. Die persönliche Einschätzung sei erlaubt: Ich finde es bemerkenswert und großartig, was die Lehrerschaft da völlig unaufgeregt in kürzester Zeit geschafft hat.

Mittlerweile spielt sich so etwas wie eine Alltagsroutine ein, man kann mit einigen digitalen Mitteln die täglichen Anforderungen ganz gut bestreiten und sogar neue, kreative Wege damit gehen. Dabei bemerkt man, dass die Präsenzveranstaltungen wirklich fehlen. Es ist einfach etwas anderes, ob ich alle verbalen und nonverbalen Kommunikationsanker mitbekomme oder lediglich per Mail kommuniziere. Darum sind momentan sicherlich die Videokonferenzen beispielsweise via Skype, Zoom oder Adobe Connect besonders beliebt. Sie sind einfach zu bedienen und benötigen in der Regel kein großes technisches Know-how. Einige einfache Überlegungen helfen, die ungewohnte und neue Situation zu meistern.

Gehen Sie es spielerisch an

Man kann erst einmal ohne Druck testen, was die gewählte Onlinefunktion z. B. einer Videokonferenz bietet. Miteinander probiert man im kleinen Kreis alle Funktionen aus, übt das Chatten und widmet sich erst danach den Inhalten. Wer ist wann wie zu sehen, wer spricht, wie kann man sich zu Wort melden oder stummschalten – all diese Funktionen erleichtern später das geordnete Meeting. Und manchmal ist zu viel Technik auch gar nicht hilfreich. Eine Telefonkonferenz kann genauso gut wie eine Videoschaltung funktionieren, wenn man z. B. nicht gemeinsam in ein Dokument schauen muss.

Vereinbaren Sie Gesprächsregeln

Momentan läuft im TV „Die Quarantäne-WG“, in der sich einige Prominente per Videokonferenz austauschen und die Zuschauer an ihrem isolierten Leben teilhaben lassen. Hier fallen sich interessanterweise auch die versierten TV-Moderatoren immer wieder ins Wort, reden durcheinander, können nicht unbedingt souverän die Technik bedienen. Da darf es Mut machen, wenn es uns genauso ergeht und wir erst lernen müssen, wie wir kultiviert mit diesem Medium umgehen.

Eine wichtige Rolle übernimmt der Moderator, das ist in der Regel die Person, die zu der Videokonferenz einlädt. Die anderen Teilnehmer nutzen meist eine Bedienfunktion, um sich selbst zu Wort zu melden bzw. sich stummzuschalten. Solange man nicht spricht, ist dies auch angeraten, um unangenehme Störgeräusche zu vermeiden. Dies können Umgebungsgeräusche im oder auch außerhalb des Raumes sein, Rückkoppelungen oder Mikrofon-Fehler. Ein Hüsteln wird plötzlich genauso laut wie der Wortbeitrag.

Selbst bei einer Videokonferenz, bei der man sich ja sehen kann, geht ein Teil der nonverbalen Kommunikation verloren. Man bekommt beispielsweise nicht immer mit, wer gerade zur Sache etwas beitragen möchte, aber nicht ins Wort fallen will. Daher ist es wichtig, insgesamt mehr Zeit für Reaktionen einzuräumen, langsam und deutlich zu sprechen und die Übertragungsqualität des Mikrofons zu prüfen. Der Moderator sollte immer wieder versuchen, alle Teilnehmer mit einzubeziehen.

Begrenzen Sie die Teilnehmerzahl

Aus diesem Grund ist es eine wichtige Überlegung, wie viele Personen an der Videokonferenz teilnehmen. Sind es mehr als acht Zuhörer, kommt nicht jeder zu Wort. Die Moderation muss stärker steuern und alle im Blick behalten, das allgemeine Schweigen wird größer. Eine Gruppe bis zu acht Personen kann auf einem durchschnittlichen Bildschirm auch noch gut gesehen werden, bei mehr Personen wird die Abbildungsqualität immer schwieriger. Bei kurzen Wortbeiträgen wird es bei steigender Anzahl unübersichtlich, wer da gesprochen hat.

Begrenzen Sie die Dauer

Aufgrund all dieser Bedingungen ist es auch wichtig, kein endlos langes Meeting zu planen, sondern die Dauer genau im Vorhinein festzulegen. Erfahrungsgemäß kann man in bis zu 60 Minuten sehr viel erledigen. Dabei ist es hilfreich, vorab als Moderator per Mail die Tagesordnungspunkte festzulegen, mögliche Fragen einzubeziehen und dann auch eine inhaltliche Reihenfolge zu bestimmen. Ein Protokoll mit Stichpunkten sollte mitgeschrieben und hinterher zügig versendet werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Entscheidungen getroffen werden oder heikle Themen besprochen wurden.

Zeigen Sie sich „präsentabel“

Denken Sie daran, dass Sie sich ein kleines Stück weit auch in Ihrer privaten Situation zeigen. Der Ausschnitt, den man bei der Videoschaltung sehen kann, macht einen Rahmen zu Ihrer Person: Steht im Hintergrund ein Bücherregal, eine Waschmaschine oder sieht man die Kinder durchflitzen? Sind Sie ungestört oder hört man aus dem Nebenraum Geräusche? Ist es aufgeräumt oder unordentlich? All diese Aspekte strahlen eine gewisse Selbstoffenbarung aus, über die man sich klar sein muss. Tipp: Manche Anbieter haben eine Funktion, um den Hintergrund auszublenden.

Wie ist Ihre Körperhaltung? Häufig wirkt man seltsam verzerrt, weil der Monitor etwas ungünstig für die Kameraposition platziert ist. Stellen Sie möglichst die Kamera auf Augenhöhe, ein paar Bücher dienen als Stütze. Kleiden Sie sich bürotauglich. Sie verkörpern Ihre „dienstliche“ Rolle, auch wenn Sie sich von zu Hause aus zeigen.

Nehmen Sie bewusst eine digitale Auszeit

In der momentanen Ausnahmesituation verbringt man wohl eher mehr als weniger Zeit vor PC, Tablet und TV. Man informiert sich über die allgemeine Lage und die rasanten Entwicklungen, chattet mit Freunden und Familie, bleibt in Kontakt mit Arbeitskollegen und erledigt eben auch einen Großteil der täglichen Arbeit am heimischen Rechner. Damit steigt die Zeit, die man vor dem Bildschirm verbringt enorm. Es ist also wichtig, sich immer wieder über diesen Zeitrahmen bewusst zu werden und auch für klare digitale Auszeiten zu sorgen.

Geben Sie dem Tag Struktur und überlegen Sie, wie lange Sie Augen, Nacken und Kopf das anstrengende Arbeiten zumuten können und müssen. Gehen Sie bewusst in die Bewegung und Entspannung und machen Sie etwas mit Ihren Händen. Neben allen Segnungen der modernen Technik bleibt momentan vielleicht auch etwas mehr Zeit für Rückzug und Kreativität. Nutzen Sie diesen und bleiben Sie gesund!

Claudia Omonsky

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