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Spiele

Schulanfang? Spielend einfach!

Die neuen Klassenkameraden besser kennenlernen, zusammenarbeiten und die neue Umgebung erforschen — Spiele unterstützen die Kinder bei den ersten Schritten in der Schule, stärken soziale Kompetenzen und sorgen zudem für Bewegung, Abwechslung und Spaß.

Spiele: Schulanfang?  Spielend einfach! Beim gemeinsamen Spiel in der Pause lernen sich die Schüler gut kennen © Christian Schwier - Fotolia.com

Häufig arbeiten Kindergarten und Schule bei Vorschulprojekten zusammen, damit die ABC-Schützen den schwierigen Übergang gut bewältigen: In der Grundschule St. Wolfgang in Regensburg etwa sind Kindergartenkinder an sechs Nachmittagen eingeladen, ihre künftige Schule kennenzulernen. Sie basteln, erkunden das Schulhaus, und natürlich steht auch Spiel und Bewegung auf dem Programm, berichtet die Mittelbayerische Zeitung.

Die meisten Kinder sind stolz darauf, bald ein Schulkind zu sein. Wenn aber dann „erfahrene Kindergartenkinder“ von heute auf morgen zu „unsicheren Erstklässlern“ werden, fällt der Übergang manchen doch sehr schwer. „Ängste schürt es auch, wenn Erwachsene nur noch vom ‚Ernst des Lebens‘ sprechen ...“, sagt Katja Schnitzler im Interview mit Stefan Brandt in der Süddeutschen Zeitung. So „ernst wird es gar nicht“, beruhigt der Schulpsychologe, Schule sei heute, „zumindest in der ersten Klasse (...) viel spielerischer“. 

Dabei geht es nicht nur darum, mit Spielen eine Brücke zwischen Kindergarten und Schule zu schlagen, sondern auch darum, den Kindern die wichtigsten Schritte in der neuen Umgebung zu erleichtern. Im Folgenden dazu einige Anregungen aus dem Netz.

Sich kennen- und vertrauen lernen

„Eine Gruppe muss sich langsam kennenlernen, um schließlich vertrauen [sic!] zueinander zu entwickeln. Erst dann sind Partner- und Gruppenübungen bzw. -Spiele überhaupt erst möglich und sinnvoll“, so die Erfahrung des Autors des Lehrerblogs „Methodenkiste Grundschule“. Der Grundschullehrer präsentiert zahlreiche erprobte Ideen für Spiele, bei denen die Kinder lernen, einander wahrzunehmen und zu vertrauen, Empathie füreinander zu entwickeln und auch im Gespräch ihre kommunikativen Fähigkeiten auszubauen. Die Kinder stellen sich mit Attributen und Gesten vor, interviewen einander, geben im Kreis einen Ball weiter, wobei derjenige etwas über sich erzählt, der im Ballbesitz ist. Mit variablen Fragestellungen können diese Spiele immer wieder eingesetzt werden und werden nie langweilig: Die Kinder erzählen zum Beispiel von Unternehmungen am Wochenende, von ihrem Lieblingsspiel oder von ihren Stärken.

Kooperieren und aufeinander achten

Über 30 Kooperationsspiele für Kinder der Jahrgangsstufen 1–3 finden sich auf der Website des Friedensbüros Graz. Viele der Spiele beanspruchen gerade einmal fünf bis zehn Minuten Zeit und eignen sich zum Beispiel für eine kleine Bewegungspause „zwischendurch“ oder für ein kleines Warm-Up am Montagmorgen, um entspannt in die Schulwoche zu starten. 

Jeder der kurzen Spielbeschreibungen sind Zielbeschreibungen vorangestellt, sodass die Lehrkraft durch die Spielauswahl auch spezielle soziale Fähigkeiten fördern kann. Da lernen die Kinder etwa beim paarweisen Balancieren von Bleistiften, die sie zwischen ihren Fingerkuppen fixieren, aufeinander zu achten und Rücksicht zu nehmen, zu führen oder auf die Wünsche des anderen einzugehen (S. 3). Oder sie beobachten beim „Händeraten“ (S. 11) aufmerksam ihren Partner und nehmen Körperkontakt auf. Werden die Kinder bei Paarspielen zusammengelost, lernen sich alle in der Klasse schneller kennen.

Beim Fallschirmspiel versucht eine Gruppe von Kindern, verteilt um ein großes Tuch, Wellen zu schlagen und dann darauf einen Ball hüpfen bzw. kreisen zu lassen (S. 10). Hier kommt es darauf an, zusammenzuarbeiten und non-verbal zu kommunizieren. Das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Klasse stärken auch verschiedene Spiele mit allen Kindern: Bei „Katz und Maus“ (S. 16) bilden die Kinder einen Kreis um ein Kind als „Maus“ und versuchen es vor dem Zugriff der „Katze“ zu schützen. Wie bei vielen weiteren bewegungsintensiven und körperbetonten Spielen bauen die Kinder dabei Spannung ab und Körperkontakt auf.

Soziales Lernen mit der „starken 10“

„Mögen mich die anderen Kinder und die Lehrerin? Finde ich Freunde? Was ist, wenn ich etwas nicht kann?“ Das sind für Erstklässler wichtige Fragen, die sie stark beschäftigen. Beim Projekt „starke 10“ finden die Schüler konstruktive Antworten. Die zehn Spiel- und Übungseinheiten stärken zum einen Selbstwert und Selbstvertrauen der Schüler und rücken zum anderen „die Gemeinschaft, in der die Kinder in der Schule leben, in den Mittelpunkt“ (S. 4). 

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Fabelwesen „Flitz“, der Held der kurzen Vorlesegeschichten der 10 Übungseinheiten: Wie die Kinder ist er neu in der Schule und will seine Umgebung und die Menschen kennenlernen. Und wie die Kinder hat Flitzi manchmal Angst oder kippelt auf dem Stuhl, wenn er nicht mehr ruhig sitzen kann. Überhaupt überschreitet Flitzi öfter Regeln und nicht alles, was er sich vornimmt, gelingt ihm. Immer aber zeigt Flitzi sozial erwünschtes Verhalten, ist hilfsbereit, ehrlich, empathisch, und wenn er jemandem, ohne es zu wollen, wehgetan hat, tut es ihm leid.

Die Sozialziele der Übungseinheiten sind einfach und eingängig: Wir helfen einander, jeder hat Stärken und Schwächen, Regeln schützen uns und andere oder auch „Mein Land, dein Land — Fremdes als Bereicherung“. 

Zu jedem Sozialziel gibt es drei praktische kreative oder spielerische Übungen. Situationsbezogen kann die Lehrkraft hier zum Beispiel zwischen eher ruhigen, kontemplativen Aufgaben und lebhaften Bewegungsspielen wählen. Und dank der unterschiedlichen Übungen kann man die Sozialziele auch mehrmals aufgreifen, um sie zu wiederholen oder zu vertiefen.

Martina Niekrawietz

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