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Lernsystem LePle.fE

Selbstbewusstsein und Motivation stärken

Selbstbestimmtes, selbstwirksames Lernen motiviert und stärkt das Selbstbewusstsein. Das Lernsystem LePle.fE unterstützt alle Schüler darin, Lernfortschritte im eigenen Tempo zu erzielen und positiv zu bewerten.

Lernsystem LePle.fE: Selbstbewusstsein und Motivation stärken Die Motivation der Schüler steigt, wenn sie ihren Lernprozess ein Stück weit selbst steuern können © Christian Schwier - Fotolia.com

In der positiven Psychologie (vgl. Seligman, Martin: Wie wir aufblühen. Die fünf Säulen des persönlichen Wohlbefindens. München 20152) ist gut erforscht, welche Bedeutung Wohlbefinden für das Lernen hat.  Brohm-Badry konnte in mehreren Studien aufzeigen, wie Leistung und Wohlbefinden unmittelbar zusammenhängen und fordert ein humanistisches Leistungsparadigma, das neben Arbeit (A) auch Wohlbefinden (W) berücksichtigt. Leistung ist damit Arbeit mal Wohlbefinden durch Zeit. (vgl. Brohm-Badry, M. / Pfeifer, C. / Greve, J.M.: Positiv-Psychologische Forschung im deutschsprachigen Raum – State of the Art. Lengerich 2017).

Für wohltuendes, kohärentes Lernen bedeutet dies, dass fünf Faktoren greifen, die im PERMA-Modell benannt werden. Dazu gehören positive Gefühle während des Lernprozesses (Positive Emotions) (1). Nur wenn Lernen in angenehmer Atmosphäre stattfindet, kann der Lerner sich dem Neuen öffnen, Lernprozesse aktiv gestalten (Broaden-and-Build) (vgl. Cohn, Michael A. / Fredrickson, Barbara: Positive Emotions. In: Snyder, C.R. / Lopez, S.J. (Hrsg.): Handbook of positive psychology. Oxford University Press, 20112). Sich einbringen zu können (Engagement) (2), spielt eine zweite entscheidende Rolle. Gemäß einer Studie wird deutlich, dass Motivation und das aktive Anwenden von Lernstrategien einen größeren Einfluss auf den Lernerfolg besitzen als Intelligenz (vgl. Murayama et al.: Predicting long-term growth in students‘ mathematics achievement. The unique contributions of motivation and cognitive strategies. Child Development, 2012, 84, 1475.1490 zitiert nach Brohm, Michael /Endres, Wolfgang: Positive Psychologie in der Schule: Die "Glücksrevolution" im Schulalltag. Weinheim und Basel 2015). Für die positive Psychologie gilt nicht zuletzt deshalb, dass Menschen zufriedener werden können, wenn sie ihre Stärken leben können (vgl. Brohm, Michael /Endres, Wolfgang: Positive Psychologie in der Schule: Die "Glücksrevolution" im Schulalltag. Weinheim und Basel 2015). Unterstützende Beziehungen (Relations) (3) verschafft vielen Menschen ein großes Glücksgefühl. Erleben Menschen in ihrem Tun zudem Sinn (Meaning) (4), trägt dies zu einem erfüllten Leben bei (vgl. Reker/Chamberlain 2000), unterstützt es allgemeines Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit (vgl. Brohm/Endres 2015). Zielerreichung, Achievement (5), entspricht dem Gefühl der Selbstwirksamkeit (vgl. Ryan Richard / Deci, Edward: Self-Determination Theory: Basic Psychological Needs in Motivation, Development, and Wellness. New York 2017) und gehört als fünfter Faktor dazu, mehr Zufriedenheit und ein gesteigertes Wohlbefinden zu erreichen (vgl. Seligman 20152).  

Das Lernsystem LePle.fE

Das Lernsystem Le.Ple.fE (= Lernleitern  (Le), Plenumsrunden (Ple), freie Elemente (fE)) greift die genannten Forschungsergebnisse auf. Es setzt sich zum Ziel, Lernen zu ermöglichen, das die Faktoren des PERMA-Modells berücksichtigt. Das Materialset Buchstabenberge aus den Lernlandschaften Deutsch für die Primarstufe (Lichtinger, Ulrike / Höldrich, Antonie et al.: Buchstabenberge. Regensburg 2016) bietet Schulanfängern ein lernseitiges Arrangement zum Lesen und Schreiben, das den institutionell geforderten Sachanspruch der Lehrpläne berücksichtigt, gleichzeitig individuelles und gemeinsames Lernen eröffnet sowie den Lernfortschritt engmaschig überprüft und ggf. individuelle Fördermöglichkeiten bereit hält. So schafft  Le.Ple.fE über Lernleitern (Le), Plenumsrunden (Ple) und freie Elemente (fE) eine komplexe und gleichzeitige flexible Lernstruktur und Lernplanung für Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Leistungsniveaus an (vgl. Lichtinger, Ulrike: Lernsystem Le.Ple.fE erklärt. Regensburg 2017).

Lernleitern als größere strukturierende Einheit

Lernleitern verstehen sich dabei als größere strukturierende Einheiten. Sie brechen den Jahreslehrplan eines Faches um in einen Fachlernplan. Jeder Lerner folgt dieser Lernleiter, allerdings bleibt er in seiner zeitlichen Eigendynamik und arbeitet innerhalb überschaubarer, kleinerer Aktivitätsarrangements, Milestones genannt. Eine Milestoneabfolge ist so angelegt, dass sie dem Lernenden themen- und lerngruppenbezogen größere oder kleinere Freiheiten sowie leistungs- und interessensabhängige Wahlmöglichkeiten als wichtige Voraussetzung für Selbstwirksamkeitserleben und Flow lässt.

Der Einstieg erfolgt über induktives, entdeckendes Lernen, um Sinnbezüge zu schaffen.  Erarbeitung und Übung bieten vielfältige, handlungsorientierte, individuell und gemeinsam zu gestaltende Lernzugänge. Der Lernimpuls geht in erster Linie von lebensweltlichen Phänomenen, Problemen oder Fragestellungen aus. Dies trägt dem Anspruch der Sinnhaftigkeit Rechnung. Die Aktivitäten in den Milestones der Lernleitern sind so angeordnet, dass sie zeitgleich individuelle und kooperative Bildungsprozesse zwischen den Lernern bzw. zwischen Lernenden und Lehrenden ermöglichen. Es wird zudem darauf geachtet, dass Lernaufgaben kleine, bedeutsame, machbare und freudvolle Aktivitäten darstellen.

Wertschätzende Kommunikation wird gefördert

Beziehungen und wertschätzende Kommunikation werden sowohl über die kooperativen Aktivitäten im System als auch über Plenumsrunden gestaltet, zu denen alle in der Lerngruppe zusammenkommen. Sie  geben den Lehrkräften die Möglichkeit, das große Gemeinsame zu inszenieren, Raum für Gruppengespräche und für Würdigung gelungener Lernprozesse und Arbeitsprodukte zu schaffen. Durch Reflexionsphasen und ausgewählte Feedbackverfahren werden die Lerner angeleitet, über sich selbst und das Geleistete nachzudenken und sich einzuschätzen – was der Selbstwirksamkeit über Ansätze der Selbstregulation Rechnung trägt.

Über Le.Ple.fE wird jeder Lerner als einzigartig gewürdigt und die Lehrperson befähigt, diese lernseitig orientierte Unterrichtssituation professionell zu gestalten. Nach ihren Erfahrungen mit Lernleitern befragt, sehen schon Erstklässler vor allem das Moment der Selbststeuerung als wichtigen Modus ihres Lernens. So versichern einige von ihnen stolz: „Ich bin der Chef von meinem Lernen.“ (Höldrich, Antonie: MGML-Methodology. Kinderstimmen. Regensburg 2016)

Ulrike Lichtinger

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