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Wahrnehmungspsychologie

Eine PPT-Präsentationen lernförderlich gestalten

Ob Lehrervortrag oder eine Präsentation der Schüler — viele nutzen dazu eine PowerPoint-Präsentation. Wer ein paar wenige Punkte beherzigt, packt seine Zuhörer und steigert den Lernerfolg.

Wahrnehmungspsychologie: Eine PPT-Präsentationen lernförderlich gestalten Wenn Schüler etwas präsentieren, sollten sie ein paar Hinweise vorab in ihrer Vorbereitung berücksichtigen © Syda Productions - stock.adobe.com

Nun kommt es zuweilen vor, dass Sie als Lehrer/Lehrerin in der Schule Ihren Schülern einen Vortrag halten, um z. B. in ein Thema einzuführen, zu dem die Schüler dann selbstständig weiterarbeiten sollen. Oder Sie sollen/wollen Ihrem Kollegium wichtige Inhalte vermitteln und das auf möglichst gekonnte Art und Weise. Das werden Sie wahrscheinlich mittels PowerPoint-Präsentation tun. Die folgenden Tipps sind eine praktische Hilfe und bestens dazu geeignet, sie auch Ihren Schülern an die Hand zu geben.

Eine Zeitlang kürte Kommunikationstrainer Matthias Pöhm auf seiner Website die „Powerpoint Horror-Folie des Monats“: Die Schrift zu klein, zu viel Text, Bilder und Texte zu unstrukturiert, winzige Abbildungen, keine Blickführung, geringe Kontraste zwischen Hintergrund und Schriftfarbe usw. — Viele der Präsentationsfolien verfehlen schlicht komplett ihren Zweck: Inhalte so zu kommunizieren, dass wir sie möglichst leicht auffassen und wenn möglich sogar behalten können. In der Schule ist das eine wesentliche Anforderung.

Doch wie sollten diese Slides zur Präsentationen gestaltet sein, damit das auch klappt? Mit dieser Frage befassen sich Psychologen, Neurowissenschaftler und natürlich Praktiker, in deren Berufsleben gute Präsentationen erfolgsentscheidend sein können. — Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, mit denen Sie Ihre eigenen Präsentations-Skills und die Ihrer Schüler in puncto PPT-Präsentation optimieren können.

Weniger ist mehr: die 10/20/30-Regel

„Nicht mehr als 10 Folien pro Präsentation, nicht länger als 20 Minuten präsentieren und die Schrift auf der Folie nicht kleiner als 30 Punkt“ — so lautet die 10/20/30-Regel von Guy Kawasaki. Der US-amerikanische Marketingexperte, Unternehmer und Autor betreibt einen eigenen Blog, in dem er auf einer Checkliste die zehn besten, praxiserprobten Tipps „to help you create the best presentations possible“ zusammenfasst. Darin ergänzt er die 10/20/30-Regel noch um einige Empfehlungen, die sich allerdings nicht immer auf eine Präsentation in der Schule (durch Schüler) übertragen lassen. Ein paar wenige Hinweise sollten jedoch beherzigt werden:

  • Text in serifenloser Schrift, wie z. B. Arial, in 18 Punkt und größer,
  • keine Überschrift in Großbuchstaben (Versalien),
  • Stichworte statt kompletter Sätze, wenn möglich nicht mehr als 25 Wörter,
  • nur wenige Bulletpoints,
  • klare Kontraste,
  • Aufbau variieren.

Wahrnehmungspsychologie (nicht nur) für Präsentierende

Entsprechen Kawasakis Praxistipps tatsächlich wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen? Größtenteils ja, wie ein Blick auf den Beitrag (Achtung — Versalien!) „LERNFÖRDERLICHE FOLIENGESTALTUNG“ auf der Website der Uni Koblenz/Landau beweist.

Dreh- und Angelpunkt ist die Aufmerksamkeitskapazität des Gehirns: Denn bevor Informationen im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden können, müssen sie zunächst durchs Kurzzeitgedächtnis. Dort können maximal vier bis sieben Informationseinheiten (= Chunks) „für max. 30 Sekunden gespeichert werden“ (ebd.). Deshalb ist es unbedingt sinnvoll, Informationen auf das Nötigste zu beschränken. Chunks prägen sich zudem umso leichter ein, je unterscheidbarer sie sind. Deshalb ist Abwechslung bei den Folienelementen hilfreich. Jedoch sollte eine Folie „idealerweise nicht mehr als vier Bulletpoints, Aussagen, Kästchen oder Abbildungen enthalten“, so die Empfehlung der Autoren der Uni Landau/Koblenz (ebd.).

Und weil das Gehirn nur eine bestimmte Menge von Informationen gleichzeitig verarbeiten kann („Cognitive Load Theory“) und auch Textanimationen, verschiedene Schriftgrößen, -schnitte oder Farben als eigene Informationseinheiten wahrgenommen werden, ziehen derlei Gestaltungselemente die Aufmerksamkeit von den wesentlichen Inhalten Ihrer Präsentation ab. Also heißt es, sich aufs Wesentliche zu beschränken, um es wirklich auch zu verankern.

Sinnvoller Einsatz von Bildern

Das gilt auch für Abbildungen, die lediglich dekorativen Zwecken dienen. Sie sind nicht nur sinnlos, sondern rauben Ihren Zuhörern/Schülern die Aufmerksamkeit für die zentralen Aussagen Ihres Vortrages. Abbildungen und Grafiken hingegen, die den Inhalt noch unterstreichen, werden von den Zuhörern sogar noch leichter erinnert als Texte (vgl. Website Universität Koblenz/Landau, Link s. o.).

Gezielt ausgewählte und eingesetzte Bilder erhöhen also den Lerneffekt. Dies umso mehr, als „Informationen (...) unabhängig voneinander sowohl visuell als auch verbal im Gedächtnis gespeichert werden“ (ebd.). Eine Präsentation, die beide Kanäle „füttert“, macht sogar eine langfristige Speicherung wahrscheinlicher (vgl. Website Universität Koblenz/Landau, Link s. o.).

Zeigt man bei der Präsentation Grafiken oder Animationen, so sollte man sie besser mündlich als mit Texten auf der Folie erklären. Der Grund: Die Verarbeitung von geschriebenem Text „ist für das Gedächtnis aufwändiger als von gesprochenem Text“ (ebd.). Das heißt, wenn Sie viel Text auf der Folie haben, lesen die Zuhörer den Text, und Sie reden ins Leere. Wenn Text zu Abbildungen notwendig ist, dann also sparsam und möglichst nahe an die Grafiken heranrücken.

Last but not least: Auch lustige Cartoons, Witze, Anekdoten etc. bleiben den Zuhörern bevorzugt im Gedächtnis. Allerdings nur, wenn sie wirklich überraschend kommen und „sitzen“. Zu einer breiten Palette von Möglichkeiten für humorvolle Einlagen regt die Website „Studis online“ an.

Martina Niekrawietz

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