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Von Ausstellung bis Vortrag

Präsentieren können schon die Kleinen

Präsentationen können in vielfältiger Form von Beginn der Grundschulzeit an in den Unterricht einbezogen werden. Durch Lob und Tipp der Mitschüler und des Lehrers entstehen im Laufe der Zeit interessante und kreative Produkte der Schüler für Ausstellungen, Vorträge und Vorführungen.

Von Ausstellung bis Vortrag: Präsentieren können schon die Kleinen Eine kleine Vorstellung einer kleinen Geschichte ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Präsentation © Zlatan Durakovic - Fotolia.com

„Wer möchte ein Lob geben?“, fragt Alexander nach der Präsentation seines selbst geschriebenen Gedichtes. Ein eigenes Produkt zu präsentieren oder sich einen Vortrag vor der Klasse zuzutrauen, kann bereits in den ersten Schulwochen angebahnt werden. Je selbstverständlicher das Vorstellen von eigenen Ideen ist, umso selbstsicherer und ungezwungener gehen die Schüler heran. Für schüchterne Schüler sollte hier anfänglich die Wahl bestehen, ob sie vom Platz oder stehend vor der Klasse vorstellen möchten. Auch die Wertschätzung durch die Mitschüler sowie eine konstruktive Kritik in Form eines Tipps abzugeben, sollte von Beginn an eingeübt werden.

 

Ausstellung und Vorstellung — Produkte zeigen

Eigene Ideen und Produkte vor der Klasse vorzustellen, stärkt das Selbstbewusstsein des Präsentierenden und schult das Publikum für ein wertschätzendes, konstruktives Feedback. Ausstellen und vorstellen können die Schüler bereits in der ersten Klasse: Buchstabenbilder im Kunstunterricht, zu einem neuen Buchstaben gefundene Wörter, die sie beim freien Schreiben selbst aufgeschrieben oder gemalt haben, erste selbst geschriebene Ziffern, kleine Rechenaufgaben und vieles mehr. Es können am Ende einer Unterrichtsstunde auch kleine Ergebnisse sein, die von den Schülern begeistert, motiviert und detailreich angefertigt wurden und die es wert sind, präsentiert zu werden.

Es gehört Mut dazu, sein Ergebnis einem Publikum zu zeigen. Die Zuschauer und Zuhörer sind dabei aufgefordert, die Dinge anderer bewusst wahrzunehmen und eine angemessene Rückmeldung zu geben. In den weiteren Jahrgängen können die Produkte umfangreicher und immer selbstständiger angefertigt werden. Hier bieten sich Lesetagebücher, Aufsätze, eigene Gedichte und Lesetexte im Deutschunterricht, Lösungen von Knobelaufgaben oder eigene erfundene Sachrechenaufgaben im Mathematikunterricht, Bilder oder Kunstwerke im Kunstunterricht und vieles mehr an.

Erste Referate — kleine Vorträge im Sachunterricht

Ein speziell auf den Vortrag geprägtes Endprodukt ist das Referat. Auch hiermit kann man bereits in der Grundschule beginnen. Sobald die Schüler Mitte bis Ende Klasse 2 sicher schreiben und lesen können, kann hier die erste Unterrichtseinheit mit Endziel eines Kurzvortrages geplant werden. Prädestiniert dafür ist der Sachunterricht. Hier gibt es viele für die Schüler interessante Themen wie beispielsweise Haustiere oder Waldtiere, zu denen sie bereits Vorkenntnisse besitzen und zu denen die Recherche sich für den Lehrer in der Vorbereitung von Informationstexten als auch in der Suche für die Schüler selbst dank einfacher Kinder-Internetseiten einfach gestaltet.

Angebahnt werden kann ein Referat durch eine gemeinsame Vorübung zu einem Tier und der Gestaltung einer Mindmap an der Tafel. Die von den Schülern geäußerten Kenntnisse können dann Oberbegriffen wie Lebensraum, Ernährung, Familie, Feinde etc. zugeordnet werden und schon hat man eine Struktur für das Referat.

Im Anschluss können die Schüler in Partner- oder Gruppenarbeit zu ihrem ausgewählten Tier ähnlich vorgehen. Aber auch zu jedem anderen Thema ist es lohnenswert einen Vortrag zu einem Unterpunkt gemeinsam zu bearbeiten, um den Schülern für ihre eigene Erarbeitung eine Struktur an die Hand zu geben. Im vierten Schuljahr kann dies dann durch ein eigenes ausgewähltes Thema eigenständig geschehen.

Die Referate werden im Laufe der Grundschulzeit immer ausführlicher, interessanter und detaillierter.

Plakate — visuelle Veranschaulichung zum Vortrag

Um einen Vortrag anschaulicher zu gestalten, können von den Schülern zur Ergänzung Plakate erstellt werden. Hier müssen zuvor Plakatmerkmale besprochen werden: Neben der Gliederung des Plakates in Bereiche für Überschrift, Fließtext und Diagramme oder Bilder, sollte auf dem Plakat leserlich sowie rechtschriftlich richtig und in angemessener Größe geschrieben werden. Bewährt hat sich das Vorschreiben des Textes auf ein Blatt, die anschließende Rechtschreibkontrolle durch die Schüler selbst und den Lehrer, das Vorschreiben auf das Plakat mit Bleistift und das anschließende Überschreiben mit einem dicken Filzstift.

Wichtig zu besprechen ist auch die Tatsache, dass das Plakat eigene Formulierungen der Schüler im Text enthalten soll und nicht nur aus Bildern besteht. Einige Schüler tendieren dazu, Texte einfach ohne Sinn und Verstand abzuschreiben oder das ganze Plakat der Schnelligkeit halber mit Bildern vollzukleben. Die Schüler sollten in jedem Fall wissen, was auf ihrem Plakat steht, die wichtigsten Informationen hier notieren und auch zur Bildauswahl und den Bildinhalten etwas sagen können. Ein Text in altersangemessener Länge wird hier von Jahr zu Jahr ebenfalls ausführlicher werden.

Lob und Tipp — wertschätzende und konstruktive Rückmeldung

Bewährt hat sich nach der Präsentation eines Schülers oder einer Schülergruppe eine Reflexion in Form von drei Rückmeldungen „Lob“ und drei Rückmeldungen „Tipp“, eventuell abgerundet durch die Lehrermeinung. Im Vorfeld wird besprochen, dass Lob beinhaltet, was wirklich gut gelungen und gut angekommen ist. Eine Kritik wird konstruktiv, wenn sie als Tipp abgefragt wird: Was könnte man besser machen?

Nach einem Vortrag wird zunächst nach mehrfachem Lob für die Präsentation gefragt. Hierzu können die Vortragenden selbst Schüler aufrufen. Im Anschluss werden drei Tipps gegeben. All diese Wortbeiträge werden idealerweise zunächst nicht kommentiert.

Gerade bei Kommentaren zu den Tipps werden die Vortragenden hier oft in eine Rechtfertigung gedrängt. Je nach Klasse kann man entscheiden, ob eine Anmerkung durch die Vortragenden effektiv ist.

Besser kann der Lehrer Lob und Tipp aufnehmen und zusammenfassend und abschließend seine Bewertung zum Vortrag geben wie beispielsweise: „Ich sehe es auch so wie Andrea, dass der Vortrag sehr gut recherchiert worden ist, fand ihn sehr interessant und konnte eurem Gesagten sehr gut folgen. Das war eine tolle Leistung. Mir hat auch nicht, wie Alex es sagte, eine Zusammenfassung gefehlt. Gefreut hätte mich, wenn ihr noch etwas zu den Bildern gesagt hättet.“

Vorführung — Auftritt vor größerem Publikum

Neben den Präsentationen wie Ausstellung, Vorstellung und Vortrag in der Klasse wird eine Vorführung meist einem größeren Publikum vorgestellt. Beginnend mit einem Rollenspiel zu verschiedenen Themen in der Klasse kann hieraus eine Theatervorführung für die Schulgemeinde werden. Für die Schüler geht es darum, eine für die eigene Persönlichkeit ausgewählte Rolle selbstbewusst und angemessen vor einem Publikum zu spielen. Neben lautem, deutlichem und in angemessenem Sprechtempo vorgetragenem Text, spielt auch die Mimik und Gestik eine Rolle. Werden Vorübungen dazu bereits ab der Grundschulzeit durch Pantomime, Standbilder und kleine Rollenspiele geübt, werden die Schüler ihre Rolle bald altersgemäß und situationsbezogen vortragen.
Alle Präsentationsformen sind geeignet, das Selbstbewusstsein zu steigern und die Schüler zu fesselnden, interessanten und selbstsicheren Vortragenden werden zu lassen.

Marion Keil

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