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Filme im Unterricht

Bewegte Bilder sagen mehr als Worte

Filme machen den Unterrichtsstoff lebendig und anschaulich. Ihre Bilder beeindrucken Schüler oft mehr als Worte. Außerdem können Computeranimationen und Trickdarstellungen ihnen helfen, auch komplizierte Zusammenhänge zu verstehen.

Filme im Unterricht: Bewegte Bilder sagen mehr als Worte Filme erschließen den Schülern beeindruckende Einblicke in die Tierwelt. Hier: das Bärtierchen © rukanoga - stock.adobe.com

Filme können in allen Fächern eine sinnvolle Ergänzung zum Unterrichtsthema sein. Gerade bei Sachthemen wird die Theorie aus Büchern durch Filmbeiträge für Schüler oft verständlicher. Die heutige Technik kann mit computeranimierten Sequenzen viele Vorgänge anschaulich erklären und darstellen. Zu jedem Unterrichtsfach gibt es passend aufgearbeitete Beiträge, die komplizierte Zusammenhänge visualisieren. Mittels Computertechnik als auch durch bildgebende Verfahren in der Medizin können im Biologieunterricht Bilder gezeigt werden, die vor 20 Jahren noch undenkbar waren. Die Vermehrung von Viren und deren Wirken im Körper beispielsweise können durch entsprechende Computeranimationen eindrucksvoll dargestellt werden. Im Chemieunterricht ist die Erklärung vom Aufbau der Atome und Moleküle sowie deren Reaktionen untereinander mittels der modernen Filmtechnik kein Problem mehr.

Im Erdkundeunterricht kann die Plattentektonik und die Veränderung der Erde durch entsprechende Trickaufnahmen im Zeitraffer verständlich gemacht werden.

Historische Aufnahmen für bleibende Eindrücke

Die Vorführung historischer Aufnahmen im Geschichtsunterricht hat eine ganz besondere Wirkung auf die Schüler. Sie erleben bestimmte Situationen in der Geschichte statt darüber nur in Büchern zu lesen und Bilder anzusehen. Originalaufnahmen von historischen Ereignissen können einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Um solche Filmaufnahmen noch intensiver wirken zu lassen, hat der Erfolgsregisseur Peter Jackson („Herr der Ringe“) sich einem neuen, sehr interessanten Projekt gewidmet. Er hat 100 Jahre alte Filmaufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg am Computer überarbeiten lassen. Die „ruckeligen“ 16-Bilderfolgen wurden auf 21-Bilderfolgen ergänzt, sodass die Bewegungen der Soldaten auf einmal fließender und natürlicher aussehen. Außerdem setzte er die Filme in Farbe um und ließ sie neu vertonen. Daraus ist eine beeindruckende Dokumentation von historischen Aufnahmen entstanden, die nun mithilfe der modernen Filmtechnik Zuschauer für die Ereignisse des Ersten Weltkrieges interessieren soll. Mit diesem Projekt will Peter Jackson „die Kriegsrealität und den Alltag der Soldaten noch greifbarer vermitteln“.

Vom Filmsalat zum Internet

Was heute einfach ist, war zu Zeiten der 16mm-Filme ein Abenteuer und geriet nicht selten zum Slapstick: Der Lehrer versucht einen Film zu zeigen, hat aber keine Ahnung von der Technik. Der Film reißt, wird zu „Filmsalat“ und setzt — sehr zur Belustigung der Schüler — umgehend den Projektor außer Gefecht. Als nächste Film-Generation kamen die handlicheren Videokassetten. Der Lehrer musste Filme nicht mehr umständlich ausleihen, sondern konnte Sendungen selbst aufnehmen und bei Bedarf zeigen. Wenn zufällig der Videorekorder funktionierte und sein Lesekopf nicht so verdreckt war, dass die Bänder daran kleben blieben. Das konnte bei DVDs nicht mehr passieren — ein Medium, das immer noch in vielen Klassenzimmern Verwendung findet.

Meist verlassen sich Lehrer heute aber auf die zunehmende Digitalisierung. Durch schnellere Internetverbindungen und Einrichtung von WLAN-Netzwerken an Schulen können sie bei verschiedenen Anbietern Schulfilme bestellen und downloaden. Auch die Mediatheken der Fernsehsender sind heutzutage online jederzeit abrufbar. Ein Fortschritt, der den Einsatz von Filmen mächtig erleichtert.

Kürzere Filme erleichtern die Nachbereitung

Dennoch muss man beachten, dass es auch kontraproduktiv sein kann, zu viele Filme anzusehen. Manche Schüler „nutzen“ die Zeit, um abzuschalten und lassen den Filminhalt einfach an sich vorbeiflimmern. Die Länge eines Filmbeitrages ist wichtig. Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass in manchen Schulen nach 45 Minuten Unterricht ein Lehrerwechsel stattfindet. Ein Film von 40 Minuten ist dann oft schon zu lang, um ihn in einer Schulstunde vollständig zeigen zu können. Will man dann an einem anderen Schultag den Film besprechen, kann es durchaus passieren, dass bei vielen Schülern nichts mehr vom Filminhalt präsent ist.

Hier bietet es sich an, nach Filmbeiträgen zu suchen, die sich zeitlich geschickt in eine Schulstunde integrieren lassen. Anschließend kann der Lehrer dann noch ein passendes Arbeitsblatt zum Filmbeitrag austeilen. Das hat sich als sehr hilfreich erwiesen, denn nun können Fragen oder Aufgaben zum Inhalt des Filmes unmittelbar bearbeitet und in Erinnerung gerufen werden. Bei manchen Beiträgen, die in den Kreismedienzentren zu finden sind, gibt es dazu inhaltlich passende Arbeitsblätter. Aber auch ein gut geführtes Unterrichtsgespräch oder eine Diskussion im Anschluss an den Film hilft, das Gesehene auch als Lernstoff zu verinnerlichen.

Wenn die Zeit nicht reicht, muss es auch kein ganzer Film sein. Meist genügt es, wenn der Lehrer kurze Sequenzen aus einem Beitrag zeigt, die für den Unterricht relevant sind und die wichtigsten Aussagen verdeutlichen.  

So kann man Filme legal beziehen

Der Einsatz von Filmen im Unterricht ist durch viele rechtliche Vorgaben geregelt. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, Filme, die man zu Hause aufgenommen hat, einfach in der Schule zu zeigen. Viele Lehrer machen es trotzdem, entweder aus Unwissenheit oder weil ihnen diese rechtliche Regelung egal ist. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte sich seine Filmbeiträge von dort holen, wo es mit der Ausstrahlung keine Probleme gibt. Hierzu gehören unter anderem Beiträge des Schulfernsehens der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, der Erwerb von Lehrfilmen bei Verlagen wie z. B. dem Lehrerbüro oder die Ausleihe bei den Kreismedienzentren, die auch gern bereit sind, auf entsprechende Vorschläge geeignetes Filmmaterial zu besorgen.

Jens Eggert

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