Fach/Thema/Bereich wählen
Methodenkompetenz

Einfache Hilfen zur Methodenkompetenz

Um Schülern zu helfen, selbstständig zu arbeiten, genügen einfache Prinzipien zur Strukturierung und Orientierung. Die Planung von visuellen Hilfen wie Farbgebung, Tafelkarten und Lernplakaten ist dabei besonders wichtig.

Methodenkompetenz: Einfache Hilfen zur Methodenkompetenz Die Schüler sehen an der Tafel genau, welches Fach dran ist und was zu tun ist © Simone Bock von Wülfingen

Eine gute Orientierung beginnt schon bei der durchgängigen Nutzung von Fächerfarben. Das Fach Deutsch hat bei uns die Farbe Rot, Mathematik Blau, Englisch Gelb und so weiter. Auch das Fachschild für die Tafel, die Mathemappen, die Ablagen für die Lerntheke und die Boxen für zusätzliches Material folgen dem gleichen Farbton und sorgen für optische Orientierung. Der Schüler  sieht sofort, zu welchem Fach das jeweilige Arbeitsmittel gehört.

Mit durchgängigen Farbgebungen und einem Tagesplan an der Tafel oder auch einem Stundenverlauf kann für die Schüler jederzeit sichtbar der Tag bzw. die Unterrichtsstunde strukturiert werden. Ein solches Vorgehen bietet ihnen somit Transparenz und Orientierung. 

Transparenz ermutigt zum Schreiben

Zwei einfache, zeitsparende und kostengünstig umzusetzende Möglichkeiten um Methoden für die Schüler sichtbar zu strukturieren, sind Lernplakate für den Klassenraum und Bild und Begriffs- oder Satzkarten für die Tafel.

So kann das Thema Textproduktion mit einem entsprechenden Lernplakat und dann zum jeweiligen Thema passenden Tafelkarten aufbereitet werden. Vielen Schüler fällt das Schreiben schwer, daher sind sie oft frustriert und weniger motiviert, einen 

Text zu verfassen. Sie beginnen, sich der Idee des Schreibens zu öffnen, wenn sie eine Orientierung erhalten, welche Arbeitsschritte auf sie zukommen und an welcher Stelle des  Schreibprozesses sie sich befinden. Diese Transparenz wirkt bei manchen Schülern Wunder.

Visuelle Anreize steigern die Schüleraktivität

Lernplakate und Tafelkarten geben nicht nur Orientierung, sondern bieten zusätzlich niedrigschwellige Möglichkeiten, Unterrichtsstoff zu wiederholen. Diese im Unterricht wiederkehrenden Materialien und Arbeitsweisen ermöglichen es auch sehr unsicheren Schülern, sich am Unterricht zu beteiligen. Dies kann über das Vorlesen des Lernplakats geschehen oder auch über die Mitarbeit beim Zuordnen der Tafelkarten in der Wiederholungsphase. 

Viele Schüler arbeiten sehr gern mit Tafelkarten, und die Beteiligung ist in solchen Unterrichtsphasen oft sehr hoch. Zusätzlich kann die Schüleraktivität durch kleine Maßnahmen wie das gegenseitige Drannehmen der Schüler erhöht werden und so angemessenes Verhalten (leise melden, geduldig sein, Jungen und Mädchen gleichermaßen drannehmen, lang wartende Schüler drannehmen etc.) an dieser Stelle geübt werden.

Sicherheit durch bekannte Materialien

Beim Arbeiten mit den Tafelkarten können die Schüler regelmäßig zur Versprachlichung ihrer Gedankengänge angeregt werden. Zunächst benennen sie die von ihnen gewählte Karte. Dann erklären sie, warum sie die gewählte Karte an dieser Stelle platziert haben und was sie ggf. noch zu der Karte wissen. Mit der Zeit arbeiten die Klassen sehr selbstständig mit den Tafelkarten. Sie helfen sich mit Verbesserungsvorschlägen, nehmen sich gegenseitig dran und diskutieren auch, ob eine Karte am richtigen Platz ist und warum das der richtige Ort ist beziehungsweise warum nicht. 

Schüler mit herausforderndem Verhalten oder Schüler, die sich selten in mündlichen Unterrichtsphasen beteiligen, gewinnen Sicherheit, wenn Materialien wie das Lernplakat und die Tafelkarten regelmäßig im Unterricht eingesetzt werden. Sie können durch das Vorlesen des Lernplakats oder der Tafelkarten leicht und sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden und starten so gleich zu Beginn der Stunde (z. B. in der Wiederholungsphase) mit einem kleinen Erfolgserlebnis. 

Aufmerksamkeit von Anfang an

Der leicht spielerisch anmutende Charakter der Arbeit mit den Tafelkarten und die hohe Schüleraktivität durch das gegenseitige Drannehmen lädt Schüler zur Mitarbeit ein, auch diejenigen, denen es mitunter schwerfällt, sich auf das Unterrichtsgeschehen einzulassen. Es richtet ihre Aufmerksamkeit bereits zu Stundenbeginn auf den Unterricht und fördert ihre Bereitschaft, anschließende Aufgabenstellungen zu bearbeiten.

Dabei ist es wichtig, die Arbeit mit dem Lernplakat und den Tafelkarten für die Schüler zu strukturieren, sodass die Anforderungen der Aufgabe (Lernplakat vorlesen, Tafelkarten zuordnen) ebenso deutlich werden wie die Anforderungen an das Verhalten. Hierzu bietet es sich an, mit den Schülern zu besprechen, wie sie sich gegenseitig drannehmen (freundlicher Ton, gerechte Verteilung Mädchen und Jungen), aber auch, wie man geduldig wartet, und dass Schüler, die sich leise melden, den Zuschlag bekommen. Die Lehrkraft kann in dieser Unterrichtsphase durch das Spiegeln erwünschter Verhaltensweisen zusätzlich steuernd einwirken.

Simone Bock von Wülfingen

Dazu passender Ratgeber
Dazu passendes Unterrichtsmaterial
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Methodenkompetenz
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×