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Projektunterricht

Gesunde Ernährung macht Spaß!

Ein kleines Projekt zum Thema gesundes Frühstück und gesunde Ernährung hat das Potenzial, alle Schüler aktiv einzubinden. Hier kann jeder Schüler eigene Ideen entwickeln, zu dem, was er schon immer erforschen oder auch handelnd umsetzen wollte — mit einem köstlichen Ergebnis.

Projektunterricht: Gesunde Ernährung macht Spaß! Ein gesundes, gemeinsames Frühstück am Ende einer Projektphase ist gut für die körperliche und soziale Gesundheit © Yulia Davidovich/Shutterstock.com

Rezzan und Florian haben viel gemeinsam: beide sind 10 Jahre alt, gehen in die vierte Klasse, stehen morgens um fünf vor sieben auf und putzen sich dann gleich die Zähne. Anschließend frühstücken beide mit ihrer Familie und da kommen sehr unterschiedliche Lebensmittel auf den Tisch: In Rezzans türkischer Familie gibt es Fladenbrot, Joghurt mit Honig, Schafskäse, Wurst, viel frisches Gemüse und Salep, ein Milchgetränk mit Zimt. Bei Florian hingegen isst die Familie ein klassisches deutsches Frühstück: Brot oder Brötchen, Marmelade, Wurst, Käse, Ei, Cornflakes und Milch. Auch in England und Italien frühstücken die Kinder und dort kommen noch einmal ganz andere Lebensmittel auf den Tisch. Aber welches Frühstück ist das gesündeste von allen? Diese Frage beantwortet der WDR-Unterrichtsfilm „Abenteuer Ernährung — Ein Tag im Leben eines Schulkindes“ mit einem „ultimativen internationalen Frühstückstest“:  Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Schwertmann beurteilt die morgendlichen Mahlzeiten und ist von den Frühstücksgewohnheiten eines Landes besonders angetan ...

Eine knappe halbe Stunde dauert der kurzweilige Film für die Jahrgangsstufen 4 bis 6, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen mit unterhaltsamen Kommentaren, Animationen und Erklärvideos fesselt. Lehrkräfte finden zudem Anregungen für ein verblüffendes Experiment mit der ganzen Klasse.

Ob mit oder ohne Experiment ist das Projekt „Gesundes Frühstück“ für die meisten Schüler spannend, denn jeder findet dabei etwas zum Thema, das ihn besonders interessiert und wozu erarbeiten möchte. Die Vorschläge werden zunächst gesammelt und später in kleinen Gruppen — wenn notwendig, unter Anleitung — bearbeitet. Welche Themenfelder an solchen Projekttagen bearbeitet werden können, soll im Folgenden vorgestellt werden.

Projekttag(e) zum Thema Klassenfrühstück

Natürlich ist Müsli nur eine mögliche Variante einer gesunden Morgen- oder Zwischenmahlzeit. Bei einem gemeinsamen Klassenfrühstück lernen die Kinder ein breites Spektrum gesunder Nahrungsmittel kennen. Die folgenden beiden Konzepte für die Gestaltung eines Ernährungsprojektes in den Klassen 3 bis 6 sind modular aufgebaut. Sie können an einem bzw. zwei vollen Projekttagen realisiert werden, liefern aber auch gute Ideen für eine handlungsorientierte Ernährungsbildung in Einzelstunden:

  1. Arbeitshilfen für die Vorbereitung, Unterrichtsmaterialien und Anregungen für ein Unterrichtsprojekt rund ums gesunde Klassenfrühstück liefert eine Unterrichtseinheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
  2. Ein weiterer Vorschlag für Projekttag(e) zum Thema „Gesunde Ernährung“ findet sich auf der Website der Medienwerkstatt Mühlacker (MM).

Beide Konzepte widmen sich zum einen der optimalen Zusammensetzung einer gesunden Mahlzeit und zum anderen der Vorbereitung und Umsetzung eines Frühstücksbüfetts. Kopiervorlagen und fertige Arbeitsblätter stehen auf der DGUV-Website zum Download, während die MM-Website tatsächlich realisierte Projekte mit Fotos und praktischen Hinweisen präsentiert. Beide Webseiten bieten praktische Hilfen für die begleitende Elternarbeit.

Ernährungspyramide und Lebensmittelkreis

Die DGUV schlägt zum Einstieg ein Treffen im morgendlichen Sitzkreis vor. Dabei zeigen die Kinder ihre mitgebrachten Pausenbrote. „Daraus ergeben sich Möglichkeiten, ins Gespräch über die einzelnen Nahrungsmittel zu kommen und zu erfahren, wie der Wissensstand zum Thema ist“, erläutern die Autoren im methodisch-didaktischen Kommentar (Link zum Download) zur Unterrichtseinheit. Anschließend ordnen die Schüler die Bestandteile der Pausenbrote einer Ernährungspyramide zu. Die ebenfalls verlinkte Kopiervorlage zeigt anschaulich mit den Ampelfarben Grün — Gelb — Rot, welche Lebensmittel reichlich konsumiert werden dürfen (zuckerfreie Getränke, Gemüse und Obst sowie Vollkornbrot, Getreide, Wildreis, Vollkornnudeln o. Ä.), welche nur in Maßen genossen werden sollten (Milch, Fisch, Fleisch, Wurst, Eier), und welche sparsam (Fette und Öle) bzw. nur in geringen Mengen (Knabbereien, fette Snacks, Süßigkeiten) gegessen werden sollten. Die empfohlenen Mengen der jeweiligen Lebensmittelgruppen symbolisieren Würfelbilder von 6 bis 1. Zur Sicherung des Gelernten lernt die Klasse dann das „Pyramidenlied“ (PDF zum Download), das noch einmal zusammenfasst, welche Lebensmittel wie häufig gesund sind.

Mehr Spaß macht es den Kindern wahrscheinlich, mit Abdeckplane, Klebeband und Schildchen für die verschiedenen Lebensmittel einen begehbaren Nahrungsmittelkreis zu gestalten und diesen mit den Bestandteilen des gesunden Klassenfrühstücks zu füllen. Die Autoren der MM-Website raten, bereits „ein oder zwei Tage vor dem eigentlichen Projekttag“ die Abdeckplane und die Wortkarten vorzubereiten.

Nahrungsmittel mit allen Sinnen entdecken

Ein Sinnes-Parcours mit Lernstationen lädt die Kinder dazu ein, Lebensmittel mit allen Sinnen zu erkunden. Bei der praktischen Umsetzung helfen die didaktisch-methodischen Informationen auf der DGUV-Website: In Vierergruppen wandern die Schüler von Station zu Station: Sie schmecken (Salzbrezel, Grapefruit, Zitrone), fühlen in einer „Grabbelkiste“ verschiedene Obstsorten, riechen mit verbundenen Augen an Käse, Wurst, sauren Gurken, Bananen und versuchen beim Schütteln herauszuhören, was sich in verschiedenen Döschen verbirgt. Hier könnten die Schüler aber auch eigene Ideen für Ihre Mitschüler vorbereiten.

An einer letzten Station müssen Lebensmittelrätsel gelöst werden, z. B.: „Das gibt es in den drei Farben der Ampel: in Grün, in Gelb und in Rot. Wenn man es roh ist, schmeckt es sehr frisch, aber auch gekocht ist es lecker. Es hat innendrin viele sehr kleine Kerne, die man entfernen muss.“ (Paprika) Auch hier können wieder eigene Rätsel erfunden werden, die am Ende des Projekts der Klasse vorgestellt werden.

Bleibt es bei der Stationenarbeit, so notieren die Kinder auf Laufzetteln ihre Sinneswahrnehmungen und Lösungsvorschläge für die Rätselaufgaben und tauschen sich dann im Plenum über ihre Mitschrift aus.

Klassenfrühstück: Praxishinweise und Materialien

Bei der — doch recht zeitaufwendigen — Vorbereitung des Frühstücksbüfetts entlasten Sie die Planungshilfen auf den beiden oben verlinkten Websites:

Unter dem Link „Lehrerinfo: Klassenfrühstück“ finden Sie eine Einkaufsliste mit Mengenangaben für 25 bis 30 Kinder (DGUV). Unter dem Link „Vorbereitungen“ liefert die MM-Website den Text für einen kurzen Brief, mit dem Sie die Eltern vorab über das Projekt und über mitzubringende Hilfs- und Lebensmittel informieren. Und weil „einige Gemüse- und Obstsorten nicht so leicht zu zerkleinern und zu zerteilen sind (z. B.: Ananas)“, sollte pro Arbeitsgruppe ein Erwachsener mithelfen.

Beim Zubereiten einer Mahlzeit und beim gemeinsamen Essen gelten besondere Regeln (Hygiene, Tischsitten ...), die ebenfalls vorab mit den Kindern besprochen bzw. durch einzelne Projektgruppen vorbereitet werden sollten. (Vgl. dazu den didaktisch-methodischen Kommentar bei DGUV). Ein wichtiger Hinweis für den zeitlichen und organisatorischen Ablauf: Belegte Brote und Milchprodukte sollten „nicht zu lange bei Zimmertemperatur stehen“ und „Reste müssen anschließend entsorgt werden“ (ebd.).

Wenn genügend Zeit zur Verfügung steht, verbindet man das Belegen der Brote mit einem kleinen Wettbewerb: Wer macht das kreativste gesunde Pausenbrot? — Die Ergebnisse werden fotografiert und in der Klasse aufgehängt. Ideen finden sich auf der MM-Website unter „Originelle Frühstücksbrote von Kindern“. So bleibt das Thema „Gesunde Ernährung“ auch nach dem Frühstücksprojekt präsent.

Noch ein praktischer Tipp fürs gemeinsame „Kochen“: Auf fertige Rezepte kann getrost verzichtet werden. Die Basics, zum Beispiel das richtige Mischungsverhältnis von Quark und Flüssigkeit, erklärt man am besten während der Zubereitung. Das Abschmecken und Garnieren erfolgt dann ganz am Schluss oder unter Aufsicht an einem Extratisch mit Gewürzen, Kräutern, Körnern, Nüssen etc. — Erfahrungsgemäß brauchen Kinder beim Salzen und Zuckern in jedem Fall Unterstützung bei der richtigen Dosierung.

Martina Niekrawietz

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