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Spiele

Kleine Wettbewerbe als sinnvoller Spaßfaktor

Spiele haben ihren besonderen Reiz. Das gilt nicht nur für den Sportunterricht, sondern auch für andere Fächer. Mit selbst hergestellten Fragekarten und geeigneten Kaufspielen kann der Unterricht spannend gestaltet werden und für Spaß beim Lernen und Wiederholen sorgen.

Spiele: Kleine Wettbewerbe als sinnvoller Spaßfaktor Mit selbst erstellten Frage-Antwort-Karten kann man in vielen Fächern spielen und gleichzeitig üben © photobility - Fotolia.com

Im Spiel zu lernen, ist eine Möglichkeit, sich Wissen anzueignen. Mithilfe von passenden Spielangeboten und Materialien kann der Unterricht sowie das Lernen von Inhalten aufgelockert und erleichtert werden. Natürlich gibt es hierzu einige Fragen. In welchen Fächern können Spiele zum Einsatz kommen? Wie können Spiele sinnvoll und kreativ eingesetzt werden? Welche Spiele eignen sich hierfür? Gibt es Spiele zu kaufen oder ist es sinnvoll, eigene Spiele zu entwerfen?

Meines Erachtens kann man in jedem Fach Spiele zum Erlernen und Vertiefen von Unterrichtsinhalten einsetzen. Die Erfahrungen in den unterschiedlichsten Fächern haben gezeigt, dass Spiele den Unterricht auflockern und Kinder motivieren können.

Eines muss man aber beim Einsatz von Spielen beachten: Es gibt immer wieder Kinder, die nicht verlieren können. Schnell kann der Reiz eines Spieles verloren gehen, wenn jemand nicht verlieren kann oder aufgrund mangelnden Wissens immer „Letzter“ wird. Deshalb kann es manchmal kritisch sein, wenn es bei Spielen im Unterricht Sieger und Verlierer gibt. Andererseits ist es für Kinder wichtig, das Verlieren zu lernen. Niederlagen im Spiel können Kindern helfen, später im Leben mit Enttäuschungen umzugehen. Daher sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, welche Spiele man bei problematischen Kindern einsetzen möchte.

Spiele zum Wiederholen und Festigen von Wissen

In erster Linie verbindet man Spiele mit dem Fach Sport. Dort kommen Spiele in unterschiedlichster Form zum Einsatz. Sei es zum Aufwärmen am Anfang des Sportunterrichts, oder als typische Mannschaftsspiele wie Fußball, Handball, Volleyball etc. Doch auch im Unterricht anderer Fächer kann man Spiele sinnvoll einsetzen.

Meine Erfahrung ist, dass Spiele eine sehr wirkungsvolle Unterstützung nach Einführung eines Themas sein können. Das Wiederholen und Festigen von Wissen kann im Spiel leicht geübt werden. Wenn die Schüler einen gewissen Grundstock an Inhalten zu einem neuem Thema haben, können sie in spielerischer Form ihr Wissen überprüfen und ebenso neue Inhalte, die noch nicht im Unterricht behandelt wurden, im Spiel erstmals kennenlernen. Besonders sinnvoll eignen sich Spiele auch als Vorbereitung und Wiederholung des Themas vor einer Arbeit. Die Schüler können dabei die zu lernenden Inhalte in lockerer Atmosphäre wiederholen.

Fragekarten als Spiel- und Lernelement im Unterricht

Für jedes Unterrichtsthema habe ich eigene Fragekarten gestaltet. Es stellt zwar am Anfang einen gewissen Aufwand dar, sich Fragen und Antworten auszudenken, Bildmaterial und Grafiken in die Karten einzubinden, das Ganze auszudrucken, zu laminieren und dann auch noch auseinanderzuschneiden. Der Aufwand lohnt sich aber meines Erachtens, da mit regelmäßigem Einsatz der Fragekarten die Inhalte wiederholt und somit auch gefestigt werden.

Für meinen Unterricht habe ich ein DIN-A4-Blatt entworfen, auf das jeweils neun Fragekarten im üblichen Spielkartenformat passen. Je nach Platz, Lust und Laune können Frage und Antwort auf einer Seite oder auf Vorder- und Rückseite platziert werden. Stehen Frage und Antwort auf einer Seite, dann sind die Karten für mindestens zwei Spieler gedacht. Wer die Frage vorliest, hat auch gleich die Antwort parat. Der fragende Schüler kann beispielsweise die Lösung mit einer Hand verdecken und den Mitschülern Bilder zeigen, sofern diese für die Frage von Bedeutung sind. Bei der Version mit Vorderseite und Rückseite kann ein Schüler sein Wissen auch allein testen.

Bei den Fragestellungen kann man sehr schön variieren. Hierzu ein Beispiel:

Der Fantasie bei der Gestaltung von Fragen sind keine Grenzen gesetzt. Dennoch zielen die Fragen immer auf das gleiche Thema. So kann man je nach Umfang des Themas die Anzahl der Fragekarten gezielt steuern.

Kaufspiele für den Einsatz im Unterricht

Es gibt unzählig viele Spiele, die man im Unterricht erfolgreich einsetzen kann. Unter anderem kann man gängige, bekannte Spiele kaufen, bei denen man gegebenenfalls die Regeln modifizieren sollte, um sie sinnvoll in den Unterricht einbinden zu können. Hier einige Beispiele von Kaufspielen aus dem Bereich Mathematik, räumliche Orientierung sowie Deutsch:

Spielname (Verlag)Art des SpielsSchwerpunkt des Spiels
Yatzee (MB-Spiele) bzw. Kniffel (Schmidt-Spiele)WürfelspielMengen erkennen, zählen, kombinieren
Trio (Ravensburger)Lege/Rechenspiel mit SpielplättchenSpiel zur Förderung der mathematischen Kompetenzen
Backgammon
(Bestandteil in vielen Spielesammlungen)
Brettspielzählen, kombinieren
Halma (Bestandteil in vielen Spielesammlungen)Hüpfspiel mit FigurenLogik, Planung, räumliche Orientierung
6 nimmt (Amigo)KartenspielZahlenkarten kombinieren
Scrabble (verschiedene Spieleanbieter)Legespiel mit BuchstabenWörter bilden
Blue-Stories, Green-Stories (Moses-Verlag)Ratespielaus vorgelesenen Geschichten Rätsel lösen
Kreuzwortwürfeln (Kosmos)Würfelspiel mit BuchstabenWörter bilden
Tangram (verschiedene Anbieter)Legespielräumliches Vorstellungsvermögen
Rush-Hour (Thinkfun)Schiebespiel mit AutosLogik, räumliche Orientierung
Ubongo (Kosmos)LegespielLogik, räumliche Orientierung
Das verrückte Labyrinth (Ravensburger)Schiebespiel mit KartenLogik, Planung, räumliche Orientierung


Zum Teil gibt es diese und ähnliche Spiele beispielsweise auch als Apps für Smartphones, Tablets und PCs.

Die Schüler an der Spieleherstellung beteiligen

Der Einsatz von Spielen im Unterricht ist meines Erachtens ein großes Plus und sollte, soweit es möglich ist, in regelmäßigen Abständen im Unterricht eingeplant werden. Problematisch wird es aber dann, wenn eine gewisse Klassengröße überschritten wird. An einer Förderschule (SBBZ Lernen) sind die Klassen in der Regel so klein, dass man die Spiele ohne zu hohen Lärmpegel mit der ganzen Klasse durchführen kann.

Bei Klassen mit mehr als 16 Schülern kann es neben der Lautstärke auch das Problem der Kosten- und Zeitfrage geben. Dies gilt sowohl für die Kaufspiele als auch bei der Herstellung von eigenem Spielmaterial. Mehrere Spiele für eine Klasse zu kaufen, kann ganz schön ins Geld gehen. Bei der Herstellung von eigenem Spielmaterial kommt der Kostenfaktor Zeit noch hinzu. Ein Spiel mehrmals auszudrucken, zu laminieren und auszuschneiden kann sehr zeitintensiv sein.

Eventuell kann man beim Laminieren und Ausschneiden die Hilfe von zuverlässigen Schülern in Anspruch nehmen. Für die an der Herstellung beteiligten Schüler hat das Spiel zudem einen größeren Stellenwert. Wenn sie dazu in der Lage sind, kann man auch mit den Schülern gemeinsam Fragen und Antworten formulieren und in entsprechende Vorlagen eintippen.

Jens Eggert

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