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Wochenplanarbeit

Mit den Rittern durch den Wochenplan

Damit Wochenplanarbeit im sonderpädagogischen Bereich gelingt, sollte man die Aufgaben und Materialien auf die jeweiligen Lernvoraussetzungen der Schüler abstimmen. Dabei helfen z. B. Farbleitsysteme, Illustrationen oder vorformulierte Satzanfänge.

Wochenplanarbeit: Mit den Rittern durch den Wochenplan Eine Aufgabe könnte sein: ein eigenes Ritterwappen so wie diese zu entwerfen © ~ Bitter ~ - Fotolia.com

Das Mittelalter ist eine bei den Schülern beliebte Epoche im Geschichtsunterricht. Allerdings ergibt es wenig Sinn, das gesamte Kapitel Mittelalter in einem Wochenplan erarbeiten zu wollen. Deshalb ist es notwendig, einen interessanten Ausschnitt zu behandeln: Beim Unterrichtsthema „Das Leben der Ritter“ gewinnen die Schüler Einblicke in die Arbeits- und Lebensweise der Ritter.

Als Vorstufe zum geplanten Vorhaben erhalten die Schüler ein Informationsblatt. Die schriftliche Form stellt sicher, dass alle Schüler nachlesen können, was in der kommenden Zeit im Geschichtsunterricht geplant ist. Eine gemeinsame Besprechung erscheint sinnvoll, um mögliche Verständnislücken aufgrund von Schwierigkeiten im Leseverständnis auszuräumen.

Um die Lernvoraussetzungen für das Thema zu erschließen, bekommen die Schüler zunächst ein Arbeitsblatt mit Vorgaben zur möglichen inhaltlichen Erarbeitung. Der Aufbau des Arbeitsblattes sieht vor, dass die Schüler im ersten Teil ihr Vorwissen in Form von Gedankenblasen notieren. Als Hilfen für leistungsschwächere Schüler könnten zu den Begriffen kleine Illustrationen hinzugefügt werden. Im zweiten Teil äußern die Schüler ihre Wünsche, worüber sie mehr erfahren möchten. Um in diesem Bereich mögliche Schwierigkeiten auszuräumen, dient ein vorformulierter Satzanfang als Starthilfe. Für Schüler mit größeren Problemen bietet sich ein vollständiger Satz oder eine Frage an. Statt Formulierungen könnten auch Bildzeichen zum Ankreuzen eingesetzt werden.

Literatur und Links zum Thema:

Barbara Taylor: Entdecke die Welt der Ritter. Köln o. Jahr

Die Ritterburg. Meyers kleine Kinderbibliothek. Mannheim 1992

Wright, Rachel: Burgen. Mit Anleitungen zum Spielen & Basteln. München 1994

Wright, Rachel: Ritter. Wie sie lebten. Mit Anleitungen zum Spielen & Basteln. München 1992

Andrew MacNeil, Andrew: Ritter, Waffen, Reiterspiele. Köln 1976

Wunderlich, Hans: Das große Rittermalbuch. Berlin 1995

Das große Burgenmalbuch. Berlin 1997

Hier der Link zu dem ausführlichen und informativen Artikel zum Thema Ritter in Wikipedia.

Die Website hoppsala bietet Links und einfache Texte zu dem für Kinder spannenden Thema.

Etwas komplexer ist der Wissenstext „Die Ritter im Mittelalter“ auf der Seite helleskoepfchen.de

Der Beitrag „Alltag der Ritter“ auf der Website planet-wissen.de räumt mit so manchem Klischee über Ritter auf.
Eine Zeitreise ins Mittelalter unternehmen die Schüler in den Animationsfilmen auf der Website kinderzeitmaschine.de.

Ein Überblick über kinder- und jugendgerechte Texte über Ritter und Mittelalter im Internet findet sich auf der Kindersuchmaschine blinde-kuh.de.

Eine Einteilung des Mittelalters in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter ist nicht zwingend notwendig und könnte die Schüler überfordern. Sie sollten aber erfahren, von wann bis wann das Mittelalter reichte. Deshalb sollte den Schülern die Epoche des Mittelalters an einem Zeitstrahl aufgezeigt werden. Dieses Medium enthält sowohl Jahreszahlen als auch kleine Illustrationen zur besseren Orientierung und ist damit für alle anschaulich.

Differenzierung bei Materialien und Aufgaben

Schwierig könnte sich die Materialbeschaffung gestalten, denn der Lehrer hat hier die Qual der Wahl: Besonders zum Mittelalter werden sehr viele Materialien angeboten. Eine ausgewogene Auswahl berücksichtigt Differenzierungsmöglichkeiten: Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, wie Lehrer die dafür notwendige didaktische Reduktion für die leistungsschwächeren Schüler in den Aufgabenstellungen und Materialien praktisch umsetzen können.

Sach- und Fachbücher zum Thema Ritter sind besonders für leistungsstärkere Schüler geeignet. Für die leistungsschwächeren dagegen bieten sich Bücher mit vielen Illustrationen und ganz wenig Informationstext an. Dazu zählen auch Malbücher. 

In der Praxis hat es sich als Vorteil erwiesen, bei der Vorbereitung entsprechende Buchseiten mit beschrifteten Lesezeichen zu versehen. Dies erleichtert die Orientierung, und die Fundstellen für Burgen, Ritterrüstung, Burgbewohner u. Ä. sind ohne lästiges Durchblättern leicht aufzufinden. Nicht alle Schüler werden derartige Hilfen in Anspruch nehmen.

Leistungsstärkere Schüler orientieren sich am Inhaltsverzeichnis.

Bewährt hat sich auch ein Riesenposter einer Ritterburg mit wissenswerten Informationen rund um die Burg, das über den gesamten Zeitraum der Wochenplanarbeit im Klassenzimmer aufgehängt wird.

Vorteilhaft für eine bessere Orientierung ist ein Farbleitsystem: Alle Materialien werden zwecks Differenzierung farblich gekennzeichnet, ob durch Karten auf den Materialtischen oder durch Farbpunkte auf den Arbeitsblättern bei den entsprechenden Aufgaben. Grün kann für leicht verständliche Materialien oder leichte Arbeitsaufgaben gewählt werden, rot für komplexere Materialien und Aufgaben.

Anregungen für klar strukturierte Arbeitsblätter 

Arbeitsblätter oder Kopiervorlagen sollten in der Aufgabenstellung auf eine problemlösende Auseinandersetzung mit dem gewählten Thema abzielen. Sie sollten motivierend, klar strukturiert und mit einfachen Handlungsanleitungen in Wort und Bild aufgebaut sein und allen Schülern in einer leistungsheterogenen Lerngruppe gerecht werden. Außerdem sollten die Arbeitsblätter Möglichkeiten zur Selbstkontrolle bieten. 

Differenzierte Arbeitsblätter könnten beispielsweise so aussehen:

  • Ein Arbeitsblatt zur Ständeordnung im Mittelalter enthält zum Beispiel neben Begriffen auch einfache figürliche Darstellungen, da Worte allein zu abstrakt sind. Wichtig ist es, Begriffe wie Adel oder Klerus zu klären, denn die Ständeordnung muss klar sein, damit die Schüler den Ritterstand richtig einordnen können. Leistungsstärkere Schüler können die Bedeutung nachschlagen und ggf. den anderen erklären. 
  • Zum Thema Ritterburgen könnten leistungsstärkere Schüler eine Abbildung mit einer Burg und ungeordneten Begriffen passend zur Burg bekommen. Aufgabe wäre dann das Zuordnen der Begriffe zur Abbildung durch Pfeile. Denkbar ist auch ein Lückentext, bei dem die Begriffe eingesetzt werden. Für leistungsschwächere Schüler gibt es dagegen ein grün gekennzeichnetes Arbeitsblatt mit der Abbildung einer Burg. Hier sind wesentliche Bereiche wie zum Beispiel Zugbrücke, Fallgitter, Mauern, Wehrgang, Herrenhaus oder Bergfried bereits mit Pfeilen versehen. Die Schüler tragen die Begriffe nur an den entsprechenden Stellen ein. Unbekannte Begriffe wie „Bergfried“ oder „Wehrgang“ müssen dabei (vorher) geklärt werden. Ein Arbeitsblatt zum Thema Ritterrüstung könnte ähnlich aufgebaut sein und eingesetzt werden.
  • Zum Thema Ritterturnier kann als rot gekennzeichnetes Arbeitsblatt eine Abbildung mit Turnierplatz, Tribüne, Herold und Rittern angeboten werden. Dazu erhalten die Schüler ungeordnete Textteile mit dem Arbeitsauftrag, mithilfe der Texte eine spannende Reportage zu schreiben. Als Gegenstück beinhaltet die einfache Variante, versehen mit einem grünen Punkt, ein einfaches, schwarz-weißes Bild mit zwei kämpfenden Rittern auf ihren Pferden und wenigen ausgewählten Begriffen zum Beschriften. Dieses Bild soll anschließend ausgemalt werden. Möglich wäre auch der Arbeitsauftrag, dazu eine Bildunterschrift zu notieren.
  • Beim Thema „Erziehung zum Ritter“ müssen die Begriffe „Page“ und „Knappe“ sowohl geklärt als auch die Unterschiede im Ausbildungsprozess herausgearbeitet werden. Hier gilt es zu entscheiden, ob dieser Themenbereich aufgrund seiner abstrakten Darbietungsmöglichkeiten nur als Differenzierungsaufgabe für leistungsstärkere Schüler angeboten oder in den Bereich der Zusatzaufgaben aufgenommen werden sollte. 

Gestufte Hilfen für leistungsschwächere Schüler 

Bei stärker handlungsorientierten Aufgaben wie „Zeichne ein Ritterwappen deiner Wahl“ könnten leistungsschwächeren Schülern die Umrisse vorgegeben oder auch Motive zur Auswahl gestellt werden. Soll etwas gebastelt werden, dann müssen diese Anleitungen, zum Beispiel das Herstellen eines Ritterhelmes, in einfachen und nachvollziehbaren Schritten angeboten werden, für leistungsschwächere möglichst mit Illustrationen dazu. Bei Schneideaufgaben sind für motorisch schwächere Schüler schon vorgestanzte Teile hilfreich, das gilt zum Beispiel für ein Burgmodell aus Pappe.  

Für alle Aufgaben wird entsprechendes und ausreichendes Informations- und Arbeits-material auf den Tischen zur Verfügung gestellt, um Chaos zu vermeiden. Dies gilt besonders für Bastelmaterialien, zum Beispiel für das Anfertigen von Fensterbildern für eine Burgkapelle.

Auch der Auswertungsbogen könnte durch seinen tabellarischen Aufbau und den hohen Textanteil einigen Schülern Schwierigkeiten bereiten. Dann sollten Hilfen gegeben werden, etwa durch lautes Vorlesen der Fragen bzw. Aufgaben.

Dabei bietet sich eventuell auch Partnerarbeit an. Im zweiten Teil des Auswertungsbogens äußern die Schüler Wünsche und Verbesserungsvorschläge und schreiben auf, was ihnen während der Wochenplanarbeit besonders gut gefallen hat.

Hier könnten wieder Satzanfänge als Starthilfe für leistungsschwächere Schüler aufgenommen werden.

Wenngleich die Wochenplanarbeit mit ihren differenzierten Aufgaben und Materialien für den Lehrer mehr Vorbereitungszeit mit sich bringt, lohnt sich doch der Aufwand: Die Schüler sind erfahrungsgemäß besonders motiviert, wenn sie selbstgesteuert und eigenverantwortlich lernen. Und Ritterburg, Helme und selbst gezeichnete Wappen werden sie sicherlich noch lange an die Wochenplanarbeit zum Thema „Das Leben der Ritter“ erinnern.

Karsten Paul

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